"Meine letzte Nachricht"

Todkranke Münchnerin postet ihre letzten Worte

München - Nina Zacher ist todkrank - die 46-Jährige leidet an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS. Auf Facebook veröffentlicht sie ihre letzten Worte:

Die 46-jährige Münchnerin Nina Zacher leidet an der unheilbaren und unweigerlich zum Tod führenden Nervenkrankheit ALS. Dennoch, auf allen ihren Bildern, lacht die starke Frau:

Der Wirtin von der Sankt Emmeransmühle bleibt nicht mehr viel Zeit- dennoch nahm die todkranke Mutter alle Kraft zusammen und verfasste ihre wohl letzte Nachricht. Diese lud sie am Samstag, um 19.53 Uhr, auf Facebook hoch. 

Nur dank einem augengesteuerten Computer war es ihr noch möglich, den langen Beitrag überhaupt noch zu schreiben. Auf dem Bild, das sie in ihren Facebook-Beitrag einband, steht: "Sobald man alles verloren hat, wird man zum stillsten Mensch der Welt." 

"Ich bin verzweifelt"

Ihre Worte bewegen und machen betroffen: "Dieser grauenhafte Verfall ist unerträglich und ich kann nicht verstehen, warum so etwas überhaupt passieren darf", schreibt sie über ihren gesundheitlichen Zustand. Nicht mal weinen kann Nina Zacher noch: "Ich bin verzweifelt, leide aber an solcher Atemnot, dass ich mir, um nicht Panik zu bekommen, Tränen nicht erlauben darf."

Sie kommt zu der Erkenntnis, dass man oftmals sogar den Tod verdienen muss: "Zwischen der Erkenntnis, dass man bald sterben wird, bis man es tatsächlich "geschafft" hat, liegt ein meist langer qualvoller Weg". Diesen "qualvollen" Weg bestreitet die Mutter aus Ismaning seit 2012, auch wenn ihre Mutter ihr immer sagte: "So leicht stirbt man nicht." Sie kommt zu dem Schluss, dass solche Themen meistens verdrängt werden, da sie nicht "partytauglich" sind - außerdem denkt sich jeder, sowas würde nur den "Anderen" passieren. 

"Es geschieht jeden Tag"

An der Stelle vieler Unbeteiligter würde sich die 46-Jährige einfach nur schämen: "Ich habe mich früher immer gefragt was das nur für Menschen sind die immer "weg schauen" und vor allem Angst haben, sprachlos werden, aber dann vor Neugierde fast zerplatzen." Gemeint sind mit diesem Satz ihre Nachbarn - die alle Informationen haben wollen, aber sich noch nie persönlich bei ihr haben blicken lassen. 

Dieses Drama, durch das die Münchnerin derzeit geht, "geschieht jeden Tag, überall in Deutschland". "Mit den meisten meiner vielen Gedanken bin ich jetzt alleine und ich kann sie nicht mehr mitteilten", schreibt Nina Zacher und abschließend möchte sie sich bedanken: "Viele liebe Grüße an alle die mit ihnen guten Gedanken täglich bei mir sind, ich danke euch dafür und wünsche Euch alles Gute."

Hier können Sie den ganzen, bewegenden Facebook-Post der todkranken Münchnerin lesen:

Nach den tragischen Veränderungen der letzten Wochen wird das hier wahrscheinlich meine letzte Nachricht sein. Ich bin...

Posted by Nina Zacher on Samstag, 9. April 2016

bp

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/Nina Zacher

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