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„Liebes busfahrendes Mädchen“ - Bewegender Post eines Vaters geht auf Facebook viral

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Für Lena ist jede Busfahrt ein einziges Abenteuer.

Eine ganz normale Busfahrt ist für Menschen mit Behinderung oftmals ein besonderes Ereignis. So auch für Lena, die an einem seltenen Gendefekt leidet.

Kamp-Lintfort - „Liebes busfahrende Mädchen“ - so beginnt ein Facebookpost eines traurigen Vaters. Er möchte auf eine Ungerechtigkeit aufmerksam machen, die seiner zwölf Jahre alten Tochter im Bus widerfahren ist.

Seine Tochter Lena, die er selbst als seinen „ganz besonderen Lottogewinn“ bezeichnet, leidet an einem extrem seltenen Gendefekt namens SYNGAP-Syndrom. Auf seiner Facebookseite, die inzwischen mehr als 11.000 Likes bekommen hat (Stand 30.08.2018), erzählt er vom Leben der Tochter mit dem seltenen Syndrom, von dem weltweit nur etwa 300 Fälle bekannt sind.

„Blicke aus Interesse und Neugier“

In dem Post spricht er ein Mädchen und dessen Freundin an, die mit Lena und ihrer Oma zusammen im selben Bus fuhren. „Ihr müsst ungefähr 14-15 Jahre alt gewesen sein“, schreibt der Vater: „Gelegentlich trafen Lenas Blicke Euch. Keine bösen Blicke. Keine hässlichen Blicke. Nein, Blicke aus Interesse und Neugier. Blicke voller Zuneigung, weil Lena jeden Menschen mag.“

Denn für Lena sei jede Busfahrt ein Abenteuer und eine Möglichkeit, „am normalen Leben“ teilzuhaben. Sie begegne ihren Mitmenschen mit Freundlichkeit und Neugier - so muss sie auch die beiden Mädchen beobachtet haben, die im Bus immer wieder die Plätze gewechselt haben und ihn zu ihrem „persönlichen Spielplatz“ gemacht haben. Der Vater erklärt das Verhalten seiner Tochter: „Vielleicht war sie amüsiert, vielleicht war sie neugierig oder einfach ratlos, was Ihr da eigentlich die ganze Zeit macht.“

Vater wünscht sich mehr Empathie und Mitgefühl

Der Moment wurde jedoch durch das Verhalten der beiden pubertierenden Teenies getrübt. „Du bist irgendwann auf Lena und ihre Oma zugegangen und sagtest, dass Lena Euch gefälligst nicht die ganze Zeit anschauen solle“, schreibt der Vater und fährt fort: „Ihr - besonders Deine Freundin - würdet Euch dadurch belästigt fühlen. Es tut mir unendlich leid, dass es Euch unangenehm war.“ Er appelliert jedoch an die Mädchen, ihren Mitmenschen mehr Empathie und Mitgefühl entgegen zu bringen.

Irgendwann seien diese möglicherweise selbst einmal Eltern, vielleicht sogar von einem behinderten Kind. Er hoffe für das Mädchen, niemals selbst in so eine Situation zu kommen, in die die beiden seine Tochter gebracht haben: „Ein Moment, in dem Du merken wirst, dass aus Deinem Herzen und besonders aus dem Herzen Deines Kindes ein ganz kleines Stück herausbricht.“

Beitrag mehr als 56 Tausend Mal geteilt

Großmütig wünscht er den Mädchen alles Gute und mehr Empathie. Der Beitrag wurde mittlerweile rund 60.000-mal geteilt. Tausende Menschen bestärken in den Kommentaren den „rührenden Post“ und bewundern den Vater: „Toller Beitrag, ohne Hass mit ganz viel Liebe geschrieben“. Viele, die mit behinderten Kindern selbst betroffen sind, können mitfühlen: „Wow sehr schön geschrieben, habe selber ein körperlich behindertes Kind und kenne solche Blicke nur zu gut.“

Der Vater ist sprachlos vor lauter Zuspruch und bedankt sich mit einem Video von Lena.

rm

Quelle: rosenheim24.de

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