Plattform „Stadia“

Google kündigt Videospiel-„Revolution“ an: So soll sich das Zocken verändern

+
Google hat seine Cloud-Gaming-Plattform Stadia angekündigt.

Der US-Technologiekonzern Google will die Videospiel-Szene erobern und setzt dafür seine gewaltigen Cloud-Ressourcen ein.

Mountain View/Kalifornien - Ab Ende 2019 sollen Gamer in den USA, Kanada, Großbritannien und einigen Ländern Kontinentaleuropas über die neue Plattform Stadia Spiele auf ein Endgerät ihrer Wahl streamen können. "Wir stehen an der Schwelle einer gewaltigen Revolution", sagt die Entwicklerin Jade Raymond, die Googles neues Videospiel-Studio leiten soll.

Der Online-Gigant hofft, mit seiner Plattform im Videospiel-Streaming einen ähnlichen Status zu erreichen wie Netflix im TV-Bereich. Zwar präsentierte der Konzern bei der Vorstellung der Plattform am Dienstag auch einen neuen Controller, der optisch an die X-Box-Fernbedienungen erinnert und mehrere neue Funktionen bieten soll. Eine Konsole im klassischen Sinn ist Stadia aber nicht.

Google arbeitet mit namhaften Spiele-Entwicklern zusammen

Bisher konzentriert sich der Gaming-Markt auf feste Endgeräte wie Sonys Playstation, Google will Spiele in ultrahoher Auflösung und mit Surround-Sound nun für eine deutlich breitere Masse an Kunden zugänglich machen. Allerdings ist noch unklar, welchen Anteil des aufstrebenden, möglicherweise gigantischen Streaming-Marktes sich der kalifornische Riese sichern kann.

So möchte Google eigene Spiele für seine Plattform entwickeln, aber auch etablierte Anbieter vom Umzug auf Stadia überzeugen. Mit dem französischen Entwickler Ubisoft, bekannt für seine "Assassin's Creed"-Reihe, hat das Unternehmen bereits zusammengearbeitet, um sein Streaming-Projekt zu testen. Indes deutete Marty Stratton, ausführender Produzent beim Entwickler id Software, bereits an, den Videospiel-Klassiker "Doom" auf Stadia veröffentlichen zu wollen.

Diese Probleme will Google lösen

Auf bisherigen Konsolen wird der Spielgenuss teilweise noch durch zu langsame Datenübertragungen gestört. Die Google-Cloud könnte Entwicklern jetzt die Chance geben, riesige Rechenleistungen aus den Google-Datenzentren zu nutzen. Dadurch könnten sie den Spielern ruckelfrei detailreichere und größere Spielwelten, mehr kreative Optionen und riesige Kämpfe mit tausend anderen Gamern bieten.

Bei der Stadia-Vorstellung ließ der Konzern noch offen, wie er aus seiner neuen Plattform Profit schlagen und Spieleentwickler kompensieren will. Möglich sind aber Abonnements nach dem Vorbild von Netflix. Stadia biete nicht nur sofortigen Zugang zu Videospielen, sondern auch die Möglichkeit, "verschiedene Geschäftsmodelle zu erkunden", sagte Ted Pollak vom Analysehaus Jon Peddie Research.

Die Plattform sei auch für die Konsolen-Entwickler Microsoft, Sony und Nintendo gut. Passionierte Spieler dürften weiterhin auf Konsolen setzen, während viele andere Spieler eine weite Bandbreite an Endgeräten nutzen könnten.

Auch interessant: 

EU-Kommission verhängt dritte Milliardenstrafe gegen Google

Immer gefährlicher? Alarmierende Zustände bei Amazon-Produkten

afp

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT