Preisvergleich mit dem Smartphone: Möglich macht dies das Programm „Woabi“

Handy jagt Schnäppchen

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Preisvergleich per Handy: Das Programm Woabi sucht nach dem günstigsten Angebot.

Kassel. Ist diese Bohrmaschine wirklich überall so teuer? Um das herauszufinden, mussten Sie früher alle Baumärkte in der Umgebung abfahren. Heute können Sie einfach Ihr Handy fragen.

Diesen Service bietet die Internet-Plattform „Woabi“ (Woanders billiger). Voraussetzung ist, dass Sie ein Smartphone mit Internet-Zugang besitzen. So funktioniert es: Auf www.woabi.de können Sie kostenlos einen Barcode-Scanner auf ihr Smartphone herunterladen.

Als App (siehe Stichwort) fürs iPhone kostet der Scanner 79 Cent. Er funktioniert ähnlich wie der Scanner an der Supermarktkasse. Sie suchen auf der Bohrmaschine den Barcode, halten ihre Handy-Kamera dran, drücken aufs Knöpfchen - und schon übermittelt der Scanner die Barcode-Nummer an das Programm Woabi.

Stichwort: Was ist eine „App“?

App ist die Abkürzung für Application (englisch Anwendung) und bezeichnet Software des Unternehmens Apple, die man mit dem iPhone - dem Apple-Handy - herunterladen und nutzen kann. (jul)

Über die Nummer findet Woabi alle Preise für das Produkt, die in der Datenbank gespeichert sind. Auf dem Handy-Display sehen Sie dann, wo Sie die gewünschte Bohrmaschine derzeit am günstigsten bekommen: ob im Baumarkt am anderen Ende der Stadt oder im Internet. Gibt es das günstigste Angebot im Online-Shop, können Sie die Bohrmaschine auch gleich per Handy bestellen.

Hintergrund

Die Programme Woabi und Barcoo sind Angebote des Neun-Mann-Unternehmens Checkitmobile mit Sitz in Berlin. Gegründet wurde es 2008 von Benjamin Thym und Tarik Todic. Derzeit nutzen 600.000 Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Dienste Woabi und Barcoo. Weil die Nutzung kostenlos ist, finanziert sich Checkitmobile über Werbung, die bei den Preisvergleichen eingeblendet wird, und über Verkaufsprovision: Wird ein Produkt über Woabi bestellt, bekommt Checkitmobile einen Teil des Gewinns von dem Unternehmen, das das Produkt verkauft hat. Wieviel Umsatz Checkitmobile damit macht, darüber kann das jungen Unternehmen derzeit noch keine Auskunft geben. (jul)

Woabi vergleicht nicht nur Preise im Internet, sondern auch im lokalen Einzelhandel: „Preisinformationen, die nicht im Internet stehen, bekommen wir zum Beispiel von unseren Nutzern, die ein bestimmtes Angebot sehen und es bei uns eingeben“, sagt Benjamin Thym, einer der Woabi-Erfinder.

Aber Einzelhändler können uns Informationen über ihre aktuellen Angebote auch selbst zur Verfügung stellen.“ Wermutstropfen vor allem für weibliche Schnäppchenjäger: Der Preisvergleich funktioniert zwar gut bei elektronischen Geräten und Büchern, aber bei Kleidung nur eingeschränkt.

„In der Mode ändern sich die Angebote einfach zu häufig“, sagt Benjamin Thym. Nicht nur Preisvergleiche macht das Barcode-Scannen möglich: Mit dem Programm „Barcoo“  kann man auch Testberichte zum Produkt anfordern und sich über Inhaltsstoffe und Umweltverträglichkeit informieren.

Von Judith Féaux de Lacroix

Galerie: Tipps für sicheres Online-Shopping

Tipps für sicheres Online-Shopping

Online-Geschäfte sollte man nur mit seriösen Händlern machen. Auf deren Internet-Seiten sind Allgemeine Geschäftsbedingungen, Impressum, Angaben zum Datenschutz und zu Kontaktmöglichkeiten stets leicht zu finden. Es lohnt zunächst einen Blick darauf zu werfen. © dpa
Die Übertragung von Bank- oder Kreditkartendaten muss bei Online-Geschäften über eine verschlüsselte Verbindung erfolgen. Diese wird durch kleines geschlossenes Schloss unten rechts in Internet-Browser angezeigt. © dpa
Für sicheres Online-Shopping muss auch der heimische PC sicher sein. Dafür sorgen regelmäßige Updates des Betriebssystems, die stets aktuelle Version des Browsers und ein Virenprogramm auf dem neuesten Stand. Für den Online-Geschäftsverkehr mit verschiedenen Partner sollte man stets unterschiedliche Passwörter verwenden. Wenn ein Passwort doch einmal in die Hände von Betrügern gerät, können diese dann weniger Schaden anrichten. © dpa
Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens sechs Zeichen und einer Mischung von großen und kleinen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Passwörtern nicht in der Nähe des Computers aufschreiben. Auf einen Anruf oder eine Mail hin, darf man nie ein Passwort preisgeben. Betrüger geben sich oft als Mitarbeiter von Online-Shops oder Banken aus. Seriöse Unternehmen fragen nie nach dem Passwort.
Die Internet-Adresse der Bank oder des Online-Shops sollte man stets selbst über den Browser und nicht über Links anwählen. Ein zugesandter Link kann auf eine gefälschte Seite führen. Sogenannte “Phishing Mails“ locken mit Links auf Seiten, die etwa dem Auftritt der eigenen Bank täuschend ähnlich sehen. Dort wird zur Eingabe von Passwörtern oder Kreditkartendaten aufgefordert, die der Absender der Mail dann für Betrügereien nutzen kann.
Auch gegenüber Geschäftspartnern sollte man nur die eigenen Daten preisgeben die für die geplante Transaktion notwendig sind. In der Regel sind das die Adresse und die Informationen zum Zahlvorgang. © dpa

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