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„Krieg hinterlässt Spuren in Gesichtern“: Bilder von Selenskyj gehen um die Welt

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Von: Felix Graf

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Ukraine-Krieg - Selenskyj
Die Bildkombo zeigt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine © -/AP/President Of Ukraine via ZUMA Press Wire Service/dpa

Ein Bild, das den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dem Besuch der Kleinstadt Butscha in der Nähe von Kiew zeigt, sorgte bei Internetnutzern für Besorgnis.

Das Aussehen Selenskyjs sei „herzzerreißend“, so mehrere Nutzer des Social Media-Dienstes „Twitter“ unter einem Post, der eine Kombination aus zwei Bildern des ukrainischen Präsidenten zeigt. Eines ist auf den 24. Februar datiert, den Tag, als Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine startete. Das Zweite zeigt Selenskyj bei dem Besuch von Butscha am Montag. Auf diesem Bild zeigt sich der ukrainische Staatschef sichtlich mitgenommen, das Gesicht ist verhärmt und von Schmerz und Trauer gezeichnet.

Der 44-Jährige hat bei dem Besuch der Kleinstadt, in der vor wenigen Tagen die Leichen von hunderten Zivilisten gefunden worden waren, stark Augenringe, der Bart wuchert wild über sein Gesicht. Ein User kommentierte: „Krieg hinterlässt Spuren in Gesichtern.“

Selenskyj will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Ein anderer schrieb: „Er ist ein echter Kämpfer.“ Viele wünschten Selenskyj Kraft, die schwere Zeit weiter durchzustehen. Der Tweet wurde Hunderttausende Male mit „Gefällt mir“ versehen. Als Reaktion auf das Massaker von Butscha hatte Selenskyj angekündigt, die Verantwortlichen für diese Gräueltaten zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Dazu arbeite man unter anderem mit der EU und dem Internationalen Strafgerichtshof zusammen, sagte er in einer Videobotschaft, die in der Nacht zu Dienstag veröffentlicht wurde.

„Die Zeit wird kommen, in der jeder Russe die ganze Wahrheit darüber erfahren wird, wer von seinen Mitbürgern (in der Ukraine) gemordet hat. Wer Befehle gegeben hat. Wer bei den Morden ein Auge zugedrückt hat“, sagte Selenskyj. Er lud Journalisten aus der ganzen Welt ein, sich die zerstörten Städte anzusehen. „Lassen Sie die Welt sehen, was Russland getan hat!“

Selenskyj: „Die Städte sind einfach zerstört.“

Selenskyj berichtete in der Videobotschaft von seinem Besuch in Irpin und Butscha. „Die Städte sind einfach zerstört.“ Die Leichen auf den Straßen seien demnach bereits von den meisten Straßen geborgen worden. In den Hinterhöfen und Häusern lägen aber immer noch Tote. Selenskyj befürchtete, dass russische Truppen nun versuchten, „die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen“ - anders als in Butscha.

Es breche ihm das Herz, sagte Selenskyj, dass er erst jetzt von allen führenden Politikern der Welt Äußerungen höre, „die schon vor langer Zeit hätten gemacht werden sollen, als bereits alles völlig klar war.“ Er forderte erneut stärkere Sanktionen gegen Russland. „Aber war es wirklich notwendig, darauf zu warten, um Zweifel und Unentschlossenheit abzuwehren? Mussten Hunderte unserer Leute qualvoll sterben?“

fgr/dpa

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