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Israelischer Satiriker provoziert mit Fotoprojekt

"Yolocaust": Eine Erinnerung an respektvolles Verhalten

Berlin - Ein populärer Hintergrund für Fotos in Berlin: Das Holocaust-Denkmal. Im Zeitalter des Selfies versucht der israelische Satiriker Shahak Shapira jetzt an respektvollen Umgang mit der Geschichte des Holocausts zu erinnern.

Der israelische Satiriker Shahak Shapira wurde 2015 durch einen Vorfall in der Berliner U-Bahn bekannt, als er sich gegen mehrere junge Männer zur Wehr setzte, die antisemitische Parolen verbreiteten. Seitdem hat er es sich zum Ziel gesetzt, mehr Bewusstsein über Judenfeindlichkeit und den Holocaust hervorzurufen.

So auch mit seinem neuesten Projekt "Yolocaust": Das Fotoprojekt, dessen Name eine Mischung aus dem Wort Holocaust und dem Jugendwort YOLO ("You only live once") ist, kritisiert unangepasstes Verhalten am Holocaust-Denkmal in Berlin. Viele Touristen erwiesen diesem Ort des Gedenkens nicht genügend Respekt und verbreiteten Fotos von sich selbst vor dem Denkmal im Internet. Darunter seien zum Beispiel Selfies mit breitem Grinsen, Yogaposen zwischen den Betonstelen und sogar ein Jongleur zu finden, wie die Berliner Zeitung berichtet. Shapira hinterlegt diese Bilder mit Originalfotos aus Vernichtungslagern - provokant, verstörend, aber wirkungsvoll. Zu finden sind die Bilder auf der Website www.yolocaust.de.

Dies ist aber nicht die erste Kritik am Verhalten der Besucher an Gedenkstätten des Holocausts: Bereits 2014 entfachte ein "Shitstorm", weil eine U.S.-Amerikanerin ein Selfie von sich in Auschwitz mit einem Smiley postete.

Das Thema wird auch auf Facebook kontrovers diskutiert: Viele der User unterstützen das Projekt und die Nachricht, die dadurch verbreitet wird. Wieder andere sind der Ansicht, man könne nicht vorschreiben, wie man zu trauern habe. Schlussendlich müsse jeder Besucher selbst entscheiden, wie er sich zu verhalten habe, betont der Satiriker auf der Website. Er erinnert aber gleichzeitig auch daran, dass die Gedenkstätte ein symbolischer Friedhof für die 6 Millionen ermordeten Juden sei, die nie wirklich begraben wurden.

"Jumping on dead Jews @ Holocaust Memorial" - So tituliert ein Instagram-User sein ganz persönliches Erinnerungsfoto, das Shapira ebenfalls auf seiner Website teilte. Mittlerweile hat das Foto 87 "Gefällt mir-Angaben". Vielleicht löscht der User das Bild, nachdem er die überarbeitete Version gesehen hat.

Osterhammer

Rubriklistenbild: © picture alliance / Maurizio Gamb

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