Thannerhut stellt sich gegen Google

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Thannerhut - "Wir finden es befremdlich, dass Google durch die Lande fährt und Einblicke in unser Leben sammelt," so Hans Lampert, Initiator des Widerspruchs gegen Google.

Nicht jeder ist begeistert, dass ein Google "Street View" Car durch die Straßen fährt und Daten sammelt. Mehrere Einwohner Brannenburger Ortsteil's Thannerhut stellen sich gegen die Aktion des Internet-Riesen. Die Initiatoren des Widerspruchs sind Hans Lampert und Petra Loch. Sie wollen es nicht einfach so hinnehmen, dass eine Internetfirma ihre Daten sammelt. Daher haben die beiden jetzt ein Rundschreiben an 80 Haushalte in Thannerhut herausgegeben.

Auszüge aus dem Rundschreiben

"Wir finden es ausgesprochen befremdlich, wenn GOOGLE durch die Lande fährt und Einblicke in unser Leben sammelt, um diese dann zu verkaufen.

Dieser toxische Cocktail von der Krankenkassenkarte über die Geldkarte und Rückverfolgung der von uns gegoogelten Daten, gemixt mit dem Personalausweis mit Fingerabdruck, optischen Informationen über uns, abgeschmeckt mit Steuerdaten, Daten vom Arbeitgeber, etc. wird eines Tages dazu führen, dass die menschlichen Freiräume in der Hand weniger Konzerne liegen werden.

Fern der Illusion, dass sich diese Entwicklung aufhalten lassen wird, wollen wir trotzdem "unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen".

Daher der Versuch, wenigstens ein "kleines Dorf am äußersten Rand des Landes" GOOGLE-frei zu halten."

Thannerhut steht mit seiner Meinung nicht allein

Wie die Süddeutsche Zeitung jüngst berichtete, sprechen sich auch einige Datenschützer gegen die "rechtswidrige" und "heimliche" Speicherung von Daten seitens Google aus. Quasi nebenbei erfuhr Bundesdatenschützer Peter Schaar, das Google die Autos, mit denen zur Zeit Straßen und Häuser für den Online Dienst Street View fotografiert werden, auch zu einem anderen Zweck nutze. Das Google-Fahrzeug erfasst nämlich gleichzeitig Daten über drahtlose Internet-Sender (Rooter).

Diese Rooter haben eine eindeutige Identifizierungsnummer, wodurch jeder Sender einem genauen Standort zugeordnet werden kann. So ist es möglich, auch für Handys ohne GPS genaue Ortsangeben zu ermitteln. Viele Nutzer geben ihrem persönlichen Netzwerk allerdings einen Namen. Meist nehmen sie dafür ihren Eigenen. Und genau da liegt der Knackpunkt. Denn dadurch werden personenbezogene Daten "rechtswidrig" erhoben und gespeichert.

Patrick Steinke

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © fkn

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