Ausgefallenes Crowdfunding-Film-Projekt

Bürokraten müssen Farbe beim Trocknen zuschauen

Großbritannien - Britische Filmemacher ärgern sich schon lange über die britische Zensurbehörde und ihre horrenden Gebühren. Ein kreativer Protest kommt jetzt aus London:

Will man in Großbritannien einen Film ins Kino bringen, so benötigt man ein Zertifikat des "British Board of Film Classification" (kurz: BBFC), der Zensuranstalt des britischen Films. Und daran scheitern viele Filmemacher, denn die Tarife des BBFC sind horrend: Pro Minute Filmmaterial berechnet die Behörde 7,09 Pfund, so kostet das Zertifikat für einen Film durchschnittlicher Länge um die 1000 Pfund - zu viel für viele kleine Produktionsfirmen mit knappem Budget.

"Painty drying" als kreativer Protest

Auch der britische Filmemacher Charlie Lyne hat schlechte Erfahrungen mit der Zensuranstalt gemacht. Doch er hat eine kreative Idee, um auf die Missstände aufmerksam zu machen:

"So wie wir gezwungen werden, das Zertifikat zu bezahlen, so sind auch das BBFC gezwungen, sich alles in voller Länge anzusehen wofür wir bezahlen", so der jung Londoner. Deshalb produziert Lyne den Streifen "Paint drying", der eine frisch gestrichenen Wand beim trocknen zeigt.

Das Projekt will der Filmemacher dem BBFC vorlegen. Wie lange die Gutachter der trocknenden Farbe zusehen müssen, hängt vom Erfolg von Lynes Crowdfunding - Projekt ab: Pro sieben gespendeten Pfund reicht er eine Minute mehr an Film ein.

Die Spieldauer des Streifens betrug Donnerstagmittag bereits rund viereinhalb Stunden, aktuelle Werte finden Sie hier!

Bleibt abzuwarten, wie lange die Gutachter des British Board of Film Classification bei der Sichtung durchhalten müssen. 14 Stunden Material hat der Filmemacher aus London bereits vorbereitet.

sse

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot kickstarter.com

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