Verbraucherschützer beklagen:

Uploadfilter können Parodien und Zitate nicht erkennen

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Verbraucherschützer kritisieren die verlangten Uploadfilter für Youtube. Sie befürchten, dass die Filter auch viele legale nutzergenerierte Inhalte aussortieren. Foto: Raphael Knipping

Das Europaparlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts ohne Änderungen zugestimmt und damit den Weg für eine baldige Umsetzung geebnet. Verbraucherschützer üben vor allem Kritik an den geplanten Uploadfiltern.

Berlin (dpa) - Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert das Ja des Europaparlaments zur umstrittenen Urheberrechtsreform. Die Abgeordneten hätten damit mehrheitlich gegen die Interessen von Internetnutzern gestimmt, erklärte Vorstand Klaus Müller.

"Damit bedrohen verpflichtende Uploadfilter auch viele vollkommen legale nutzergenerierte Inhalte." Die Filter könnten nicht wirkungsvoll zwischen erlaubter und nicht erlaubter Nutzung unterscheiden, warnte er. "Filter wissen nicht, was Parodien sind oder ob ein Inhalt zitiert wurde."

Er forderte, nun müsse die CDU in der nationalen Umsetzung "Wort halten" und für die versprochene Rechtssicherheit durch Pauschallizenzen und eine Stärkung der Nutzerrechte sorgen.

Nach der gebilligten Richtlinie sollen Plattformen wie Youtube künftig schon beim Hochladen überprüfen, ob Inhalte urheberrechtlich geschütztes Material enthalten. Das ist nach Meinung von Kritikern nur über sogenannte Upload-Filter möglich, bei denen die Gefahr bestehe, dass viel mehr als nötig aussortiert werde.

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