Dr. Schwarz-Kaske bei Infoabend der UWG Kraiburg: Fremde Texte und Fotos kennzeichnen

Wo das Urheberrecht im Internet greift

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Kraiburg - "Internet und Urheberrecht - was ist erlaubt und was nicht?" Zu diesem Thema sprach Dr. Reiner Schwarz-Kaske bei einem Infoabend der UWG in der Remise.

Durch seine Tätigkeit im Institut für Chemie-Information und als Betreuer von Patenten in der Pharmazeutischen Industrie ist er mit Fragen rund ums Urheberrecht bestens vertraut.

Schwarz-Kaske machte deutlich: Jeder, der Material aus dem Internet nutzt, ist für die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen selbst verantwortlich. Das bedeutet, dass Angaben zum Urheberrecht (Copyright), die allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Vertragsbedingungen unbedingt beachtet werden müssen!

Anhand von Beispielen erläuterte er, wo das Urheberrecht greift: Dies ist sowohl bei Texten der Fall als auch bei Bildern aller Art wie Fotos, Gemälden, Zeichnungen und Cartoons. Es findet aber auch bei Ton und Musik, Filmen, Videos, Tubes und einer Mischung derselben Anwendung. Darüber hinaus kann es beispielsweise ein Gebäude betreffen, auf welches ein Architekt ein Urheberrecht angemeldet hat. Bei den Befugnissen ist es entscheidend, wer das Material aus dem Internet nutzt: Handelt es sich um eine natürliche Person, die eine Kopie für den privaten Gebrauch erstellt oder um jemanden, der etwas in einer gewissen "Grauzone", nämlich dem Freundeskreis, einem Verein oder der Schule nutzen möchte? Schließlich gibt es noch diejenigen, die etwas in einem Unternehmen oder am Arbeitsplatz gewerblich nutzen wollen.

Die Fragen an den Referenten waren so bunt gemischt wie das Publikum selbst: Ein Schüler wollte beispielsweise wissen, ob er ein Musikvideo kostenlos aus dem Internet auf DVD herunterladen darf. Schwarz-Kaske betonte, dass dabei unbedingt unterschieden werden muss zwischen kopiergeschützten und nicht kopiergeschützten Werken. Es sei absolut verboten, einen Kopierschutz durch "Hacken" oder "Knacken" zu umgehen. Bei nicht kopiergeschützten Videos können Kopien für den Privatgebrauch erstellt, die DVD aber nicht an Dritte weitergegeben werden. In diesem Zusammenhang wies der Referent darauf hin, dass es nach wie vor erlaubt sei, digitale Daten analog zu kopieren.

"Inwieweit kann ich Fotos aus dem Internet auf einem Plakat für eine Veranstaltung verwenden?" lautete die Frage einer Gewerbetreibenden. Die klare Auskunft dazu: "Dafür müssen Sie sich auf jeden Fall die Genehmigung des Urhebers einholen."

Ein Lehrer hatte diverse Fragen zur Nutzung von Materialien aus dem Internet in der Schule. Schwarz-Kaske betonte, dass auch eine Lehrkraft, die Schülern solche Dinge auf seiner Homepage zur Verfügung stellen möchte, unbedingt die Urheberrechte beachten muss. Es sei keinesfalls möglich, ein gesamtes fremdes Werk wie beispielsweise ein komplettes Buch dort einzustellen.

Grundsätzlich gab Reiner Schwarz-Kaske den Zuhörern mit auf den Weg: "Wenn Sie einen fremden Text oder ein fremdes Bild in einem eigenen Werk verwenden, beispielsweise in einer Hausarbeit für die Schule, dann machen Sie den fremden Teil unbedingt kenntlich. Bei einem Text als Zitat am besten durch Schreiben in "Gänsefüßchen" und wie bei Bildern mit einem entsprechenden Verweis auf die Quelle."

lea/Mühldorfer-Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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