Erneute Kinderschänder-Vorwürfe

Nach Schocker-Doku: Radiosender streicht Michael Jacksons Lieder aus dem Programm

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USA/Großbritannien: Die Dokumentation "Leaving Neverland" sorgt derzeit für viel Aufsehen. In ihr werden Kindesmissbrauchs-Vorwürfe gegen Musiklegende Michael Jackson wiederaufgegriffen. Das hat auch Konsequenzen für sein musikalisches Andenken.

Zu Michael Jacksons Lebenszeiten war der Popstar einer der umstrittensten Charaktere am Musikhimmel. Gerüchte um Kindesmissbrauch, Vernachlässigung und Gefährdung seiner eigenen Kinder und Fragen rund um das psychische Profil des "Thriller"-Sängers, dominierten den Dialog über Jackson. Nach seinem Tod vor zehn Jahren wurde es dann ruhig in der Gerüchteküche. Der Post-Mortem-Konsens war: Jackson ist eine Musiklegende, Punkt, Ende, aus!

Als Anfang diesen Jahres die Jackson-Dokumentation "Leaving Neverland" des Senders HBO Premiere auf dem Sundance Film Festivals feierte, war der Aufschrei groß.

In dieser erheben nämlich zwei Männer, Wade Robson und James Safechuck, die als Kinder sehr viel Zeit mit Jackson verbracht haben, schwerwiegende Anschuldigungen,  berichtet Bild

Er habe nicht nur jahrelang die beiden Jungen missbraucht, sondern sei dabei auch sehr perfide und vorsichtig vorgegangen , heißt es in dem zweiteiligen Film. Der Weg zum Schlafzimmer sei beispielsweise mit Glöckchen ausstaffiert worden, um den Sänger zu warnen, wenn sich jemand dem Raum näherte. Als Belohnung für sexuelle Handlungen habe Jackson den Jungen Geschenke gemacht, Stille habe er sich mit Drohungen gesichert. 

Vor Gericht hatten beide Männer, laut Gala.de, 1993 und 2003 noch ausgesagt, Jackson habe sich niemals an ihnen vergangen. Jackson, der damals noch am Leben war, habe sie massiv unter Druck gesetzt, erzählen die beiden in der Dokumentation. Sie haben auch Loyalität und Liebe für den Musiker empfunden, so Robson. Er habe damals ehrlich geglaubt, dass die Beziehung zu Jackson legitim gewesen sei. 

Die Familie Jackson reagiert empört auf den Film. Der Nachlassverwalter von Michael Jackson fordert mit einer Klage 88 Millionen Euro von den Machern des Films. Dieser zeige nichts als üble Gerüchte. 

Das sieht der britische Radiosender BBC Radio Two anscheinend anders. Er hat alle Lieder von Michael Jackson fristlos aus dem Programm gestrichen, berichtet die SundayTimes. Die Begründung eines Sprechers des Senders ist simpel: Jedes Musikstück werde nach seinen Verdiensten bewertet. Was gespielt werde und was nicht, werde immer unter Berücksichtigung des Zielpublikums und des Kontextes entschieden.  Soll heißen: Musik eines mutmaßlichen Kinderschänders will der Radiosender nicht spielen. 

jv

Quelle: rosenheim24.de

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