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Auch Stars drohten mit Boykott

User protestieren - Instagram gibt nach

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Auch Schauspielerin Kate Walsh drohte, den Online-Fotoservice Instagram wegen der neuen Regeln zu boykottieren 

New York - Ein Shitstorm hat Instagram in die Knie gezwungen. Weil der Eindruck entstand, die Google-Tochter könnte Bilder der Mitglieder verkaufen, streicht der Fotodienst nun zweifelhafte Regeln.

INSTAGRAM WILL EURE FOTOS VERKAUFEN!“, riefen die Schlagzeilen von nahezu jeder Ecke im Netz. Das stimmte eigentlich nicht, auch wenn die Formulierungen der angekündigten neuen Regeln Instagram viele Freiheiten zur Vermarktung von Nutzerdaten versprachen. Doch die alarmierende Interpretation, das Instagram die Bilder verkaufen oder zumindest in Werbeanzeigen packen könnte, verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer.

Nutzer empörten sich bei Twitter und Facebook und kündigten an, Instagram den Rücken zu kehren. Auch Stars wie die Schauspielerinnen Tiffani Thiessen ("Beverly Hills 90210") und Kate Walsh ("Private Practice") machten ordentlich Druck, indem sie drohten, den Dienst nicht weiter zu nutzen. "Ich bin echt traurig, meine Liebe zu Instagram beenden zu müssen. Wegen ihrer lächerlichen Nutzerbestimmungen werde ich meinen Account in Kürze löschen", twitterte Thiessen.

Bei Diensten wie Instaport, wo man seine Instagram-Bilder sichern kann, liefen plötzlich die Drähte heiß. Die Situation geriet für die Fotoplattform außer Kontrolle und am späten Dienstag schickte der neue Eigentümer Facebook Instagram-Mitgründer Kevin Systrom mit Worten der Einsicht vor das wütende Volk. Alles ein Missverständnis, erklärte er - „und es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend waren“.

Unbegründet sei auch die Befürchtung, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten, betonte Systrom. „Wir haben keine solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ.“ Instagram wolle klassische störende Anzeigen wie Werbebanner verhindern. Stattdessen sei die Idee, Nutzern für sie möglicherweise interessante Instagram-Accounts und Inhalte vorzustellen und damit Geld zu verdienen.

Die umstrittene Passage in den am späten Montag veröffentlichten Nutzungsrichtlinien lautete: „Der Dienst kann teilweise oder ganz von Werbeeinnahmen unterstützt werden. Um uns zu helfen, interessante bezahlte oder gesponserte Inhalte oder Werbung zu platzieren, erklären Sie sich damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine andere Einheit uns dafür bezahlt, Ihre Benutzernamen, Abbild, Fotos (zusammen mit allen anhängenden Metadaten) und/oder Aktionen, die sie vornehmen, im Zusammenhang mit bezahlten oder gesponserten Inhalten oder Werbekampagnen anzuzeigen, ohne jede Vergütung für Sie.“

Außerdem warnte Instagram, dass bezahlte Services oder gesponserte Inhalte nicht unbedingt als solche ausgezeichnet werden. Weitere neue Bestimmungen hingen vor allem mit der Übernahme durch Facebook zusammen. So behielt sich Instagram das Recht vor, sämtliche Informationen inklusive Geodaten mit anderen zu teilen.

Die Instagram-Nutzer störten sich vor allem an einem Punkt in den neuen Regeln, laut dem Instagram bei einer wortwörtlichen Auslegung Bilder und andere Daten Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren könne. Gemeint dabei sei aber nur, dass ein Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte Systrom jetzt. „Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend sind.“ Eine neue Version solle klarer werden.

Instagram ist mit mindestens 100 Millionen Nutzern einer der populärsten Fotodienste im Netz. Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook hatte im Frühjahr rund eine Milliarde Dollar für die Plattform mit damals rund 30 Millionen Nutzern geboten. Angesichts der massiven Kursverluste der Facebook-Aktie fiel der tatsächliche Kaufpreis am Ende einige hundert Millionen Dollar niedriger aus. Facebook machte von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sich die teure Übernahme am Ende rechnen soll. Auf Seite von Facebook mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern wurden die Schleusen für Instagram-Daten bereits vor kurzem mit neuen Datenschutz-Regeln geöffnet.

dpa/hn

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