Nach den Übergriffen an Silvester

Alice Schwarzer warnt vor "Krieg mitten in Europa"

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Deutschlands berühmteste Frauenrechtlerin findet harte Worte zu den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln.

Köln - Der Terror in Köln sei das Ergebnis versäumter Integration, schreibt Alice Schwarzer auf ihrer Website. Sie beschuldigt Polizei und Gesellschaft - und warnt vor einem Krieg in Europa.

Eine "Gang-Bang-Party" nennt sie die Vorfälle am Kölner Hauptbahnhof, sie redet von "Krieg mitten in Europa" und von versäumter Integration. Deutschlands berühmteste Feministin, Alice Schwarzer, findet harte Worte zu den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht. Auf der Webseite aliceschwarzer.de hat die 73-Jährige einen Appell an die deutsche Gesellschaft geschrieben, der sie absolutes Versagen in Sachen Integration vorwirft.

"Gibt es längst rechtfreie Räume in Deutschland?"

Schwarzer stellt dabei auch die Kompetenz der Polizei in Frage: "Wieso kriegt die Polizei nicht mit, wenn sich 1000 überwiegend gewaltbereite und kriminelle Männer am Hauptbahnhof verabreden und dort zusammenrotten?", fragt sich die Frauenrechtlerin.

Auch verstehe sie nicht, wie hunderte Frauen unter den Augen der Polizisten sexuell belästigtworden sein können. Dass die Zahl von 1000 Tätern überzogen ist, kam erst jetzt heraus. Es sollen laut Augenzeugen insgesamt 40 bis 100 Männer gewesen sein.

"Diese jungen Männer sind das triste Produkt einer gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration", schreibt Schwarzer. Auf einem Video sei zu sehen, "wie junge Männer arabischer bzw. nordafrikanischer Herkunft Krieg spielen, mitten in Köln", so Schwarzer weiter.

Das Argument, dass die Polizei auf solch einen Großeinsatz nicht vorbereitet sein konnte, will Schwarzer nicht hinnehmen. Es hätte in ganz Europa Terrorwarnungen gegeben, besonders für Bahnhöfe - da hätte man sich besser vorbereiten sollen. Schwarzer unterstellt der Polizei Angst vor den Tätern. "Gibt es längst rechtsfreie Räume, auch mitten in Deutschland?", fragt sie sich.

"Die jungen Männer sind Täter und Opfer"

Schwarzer warnt vor einer weiteren Eskalation, wenn die Politik die Integration von Migranten nicht vorantreibe. Sie fragt sich, mit welchen neuen Konzepten die Politik jetzt reagiert. Schwarzer selbst hat bereits Initiative ergriffen und in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "EMMA" einen Forderungs-Katalog herausgebracht. Der soll zum Schutz weiblicher Flüchtlinge und Kinder sowie zum Respekt männlicher Flüchtlinge vor Rechtsstaat und Frauenrechten dienen.

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sb

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