Appell gegen Ausgrenzung von Migranten

Berlin - Zum 20. Jahrestag der deutschen Vereinigung haben sich mehr als 400 Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller und Publizisten gegen die Ausgrenzung von Migranten gewandt.

“Wir leben in einer Einwanderungsgesellschaft“, erklären die Unterzeichner, zu denen die Schriftsteller Maxim Biller, Ilija Trojanow und Feridun Zaimoglu gehören, in einem von der Berliner “tageszeitung“ (“taz“/Freitag)“ dokumentierten Appell.

In dem Text wenden sich die Unterzeichner scharf gegen die Thesen des ehemaligen Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin von einer genetisch bestimmten Lebensführung. “Dieser Rassismus ist inakzeptabel“, heißt es in dem Appell. “Wer Saarazins Ansichten übernimmt, arbeitet mit an der Spaltung der Gesellschaft.“ Zu weiteren Unterzeichnern zählen die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti, die stellvertretende Parteichefin der Linken Katja Kipping, der Regisseur Schorsch Kamerun und der Autor Mark Terkessidis.

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Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte unterdessen den Bund dazu auf, dringend mehr Geld für Integrationskurse in Deutschland auszugeben. “Wir brauchen eine deutliche Aufstockung der Mittel, wenn wir es mit der Integrationspolitik ernst meinen und nicht nur Sprüche klopfen wollen“, sagte der CSU-Politiker der “Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). Herrmann kritisierte es als “völlig falsch“, dass der Bund plane, die Mittel für 2011 sogar zu kürzen. Herrmann fordert eine Steigerung der Mittel von derzeit 233 Millionen Euro um “fünf bis zehn Prozent“. Wenn Berlin nicht mehr investiere, “kann die Politik nicht glaubwürdig über Integration diskutieren“, betonte er.

dpa

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