Atombehörde kritisiert fehlende Kooperation von Syrien

Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat fehlende Kooperation Syriens bei der Aufklärung eines möglichen geheimen Atomreaktors im Lande bemängelt.

Nach einem am Freitag vorgelegten Bericht der UN-Behörde in Wien lässt das Land die IAEA-Kontrolleure die von Israel zerstörte Anlage nicht erneut besichtigen und enthält ihnen wichtige Informationen vor. Israel hatte Syrien verdächtigt, in Al Kibar an einem Atomreaktor zu bauen und das Gelände 2007 bombardiert, bevor sich die IAEA einschalten konnte. Damaskus hatte Atomaktivitäten dort immer bestritten. Dem stehen Ermittlungen des US-Geheimdienstes gegenüber, der herausgefunden haben will, dass Syrien zum Zeitpunkt des Luftangriffs schon fast einen Atomreaktor zur Plutoniumproduktion fertiggestellt hatte. Im vergangenen Jahr hatten die UN-Kontrolleure auf dem zerstörten Gelände Spuren von Uran gefunden, die nicht natürlichen Ursprungs sein können. Syrien verweigert der IAEA einen erneuten Besuch, da die Anlage nach offiziellen Angaben militärischen Zwecken dient. IAEA-Chef Mohammed el Baradei hält das in dem Bericht für kein Argument, weil solch ein Besuch unter dem Inspektionsabkommen zwischen dem Land und der Atombehörde zulässig ist.

dpa

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