Bereits die vierte Verdächtige

Bewegung im Fall um ermordeten Journalisten: Weitere Verdächtige festgenommen

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Miroslav M., einer der Verdächtigen im Mordfall Jan Kuciak.

Nach dem Mord an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak ist eine vierte Verdächtige offiziell beschuldigt worden.

Banska Bystryca - Nach dem Mord an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak ist eine vierte Verdächtige offiziell beschuldigt worden. Der 44-jährigen A.Z. werde Komplizenschaft bei einem Mord zur Last gelegt, teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Andrea Predajnova, am Sonntag mit. Örtlichen Medien zufolge war sie am Freitag im südslowakischen Komarno festgenommen worden. Ein Gericht in Banska Bystryca ordnete Untersuchungshaft für die 44-Jährige und die drei ebenfalls beschuldigten Männer an.

Weiteres zum Fall Jan Kuciak: Journalistenmord: Slowakische Polizei verhaftet Verdächtige

Laut einem Bericht der slowakischen Zeitung "Dennik N" soll die Beschuldigte den Mord an Kuciak und seiner Verlobten angeordnet haben. Der Anwalt Daniel Lipsic, der die Familie Kuciak vertritt, sagte hingegen, es handele sich vielmehr um eine Art Mittelsfrau, denn "der Mörder konnte absolut nicht wissen, wer das Verbrechen angeordnet hat".

Der ermordete Journalist Jan Kuciak.

Örtlichen Medien zufolge arbeitete die Frau als Italienisch-Übersetzerin für den slowakischen Unternehmer Marian Kocner, dessen geschäftliche Aktivitäten Kuciak unter die Lupe genommen hatte. Ihre Tochter soll mit Kocners Sohn verheiratet sein.

Jan Kuciak recherchierte über Korruption in der slowakischen Regierung

Kuciak und seine Verlobte waren im Februar zu Hause ermordet worden. Der Reporter hatte daran gearbeitet, Verbindungen zwischen italienischen Mafia-Banden und der slowakischen Regierung aufzudecken. Die Tat hatte international für Erschütterung gesorgt. In der Slowakei gingen in der Folge wiederholt tausende Menschen gegen Korruption und für freie Medienberichterstattung auf die Straße und verlangten den Rücktritt von Regierungschef Robert Fico.

AFP

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