2001 wurde die Folge ausgestrahlt

Was machte das Bild von Mundlos im Tatort?

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NSU-Terrorist Uwe Mundlos war 2001 in einem Tatort zu sehen

Berlin - Jahrelang zogen die Mitglieder der NSU-Terrorzelle mordend durch Deutschland. Einer von ihnen schaffte es 2001 unerkannt in den Tatort. Nun konnte geklärt werden, wie es zu dem Fauxpas kam.

Der "Tatort" ist so etwas wie des Deutschen liebstes Krimi-Kind. Die Kommissare erreichen bei den Zuschauern oft Kultstatus und die Fälle sind spannend und gehen einem oft an die Nieren. Doch nun wirft die Terrorgruppe um Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt ihren Schatten auf die Produktion des WDR.

Der Grund: In der erstmals im Jahre 2001 ausgestrahlten Folge "Bestien" ist für einen kurzen Moment ein Bild des schon damals vom Bundeskriminalamt gesuchten Uwe Mundlos zu sehen. Das berichtet Spiegel online. Die Folge wurde wegen ihrer Handlung schon oft kritisiert: Es geht um die Vergewaltigung und Ermordung eines Mädchens, woraufhin die Mutter persönlich den Mörder zu Strecke bringt. Kommissar vernichtet daraufhin die Beweismittel, um die Frau vor einer Mordanklage zu schützen.

Doch was hat der NSU-Terrorist mit alldem zu tun? Der Zuschauer sieht Mundlos nur kurz im Bild. Doch der Zusammenhang ist auch hier sehr kritisch: Der Vater des ermordeten Mädchens besucht die Mitarbeiterin einer lokalen Zeitung, er bittet sie um Unterstützung beim Finden des Täters. Die Redakteurin zeigt ihm daraufhin Akten des Bundeskriminalamts mit gesuchten Sexualtätern aus der Gegend. Und dann der (aus heutiger Sicht sehr große) Schock: Auf einem der Bilder ist Uwe Mundlos zu sehen.

Die rechte Terrorzelle - Chronologie der Ereignisse in Bildern

Die rechte Terrorzelle - Chronologie der Ereignisse in Bildern

Doch wie konnte es dazu kommen, dass der schon damals gesuchte Terrorist in einer Szene zu sehen ist, in der man im Normalfall Statisten vermutet? Auch bei der Produzentin des Films ist der Schock groß: "Ich bin fast vom Glauben abgefallen", sagte Sonja Goslicki gegenüber Spiegel online.

Die Erklärung für den Fauxpas ist recht einfach: Anscheinend war der Praktikantin, die damals für die entsprechende Szene die Requisiten zusammenstellte, das Foto von Uwe Mundlos in die Hände gefallen. Obwohl der NSU-Terrorist schon damals gesucht wurde, befand die Praktikantin das Bild als harmlos und nutzte es für die Szene. "Die junge Frau ist wohl davon ausgegangen, dass es sich um ein Foto eines Mitarbeiters gehandelt hat.", erklärte Sonja Goslicki gegenüber Spiegel online.

bix

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