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Bundeswehr-Liebe in Afghanistan

Premiere am Hindukusch: Hochzeit in Kampfstiefeln

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Pastor Michael Reis traut das glückliche Brautpaar.

München - Es ist die wohl ungewöhnlichste Hochzeit des Jahres: Im Afghanistan-Einsatz haben sich zwei Bundeswehrsoldaten das Ja-Wort gegeben. Zur Trauung trat das Feldjägerpaar in Kampfstiefeln und Tarnanzug an.

Patrick T. (27) und seine Franziska (25) haben für ein Novum bei der Bundeswehr gesorgt: Die beiden gaben sich als erstes Paar im Auslandseinsatz das Ja-Wort.

Der Oberfeldwebel und seine Braut Franziska, Feldwebel und wie Patrick bei den Feldjägern, heirateten bereits im vergangenen Jahr standesamtlich in ihrer hessischen Heimat. Durch den verschobenen Marschbefehl lag der ursprüngliche Termin für die kirchliche Hochzeit plötzlich in der Zeit am Hindukusch.

"Wir hatten vor am 18. August in Deutschland zu heiraten, weil wir eigentlich ein Kontingent früher hierher fliegen sollten. Da sich das verschoben hat, habe ich mir gedacht, ich frage einfach mal den Pfarrer, ob es möglich wäre, es hier durchzuführen und das hat funktioniert. Gott sei Dank", sagt der stolze Bräutigam im Video auf der Internetseite der Bundeswehr.

Militärpfarrer Michael Reis weiß: "Dass hier eine Trauung statt findet ist wirklich einmalig. Das hat es so noch nicht gegeben." Für ihn hat das Ganze auch einen kameradschaftlichen Aspekt: "Ich glaube das schweißt auch die Gemeinschaft sehr zusammen."

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Die Diskussion um den verheerenden Luftangriff im afghanischen Kundus entzündet sich vor allem an der Frage: Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan? © dpa
Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten. © dpa
Herrscht in Afghanistan Krieg? © dpa
Die große Mehrheit der Experten spricht von einem “nichtinternationalen bewaffneten Konflikt“; landläufig nennt man das Bürgerkrieg. © dpa
Sollte die Bundesanwaltschaft das ebenso sehen, sind Handlungen deutscher Soldaten nach dem Völkerstrafgesetzbuch zu beurteilen - was ihnen einen deutlich größeren Spielraum gibt als das normale Strafrecht. © dpa
Dürfen deutsche Soldaten gezielt Taliban-Kämpfer töten, auch wenn sie nicht aktuell angegriffen werden? © dpa
Nach dem Völkerrecht grundsätzlich ja. © dpa
Die Taliban sind zwar keine “Kombattanten“ wie in einem Krieg zwischen Staaten. Nach Angaben des Völkerrechtlers Michael Bothe werden jedoch Personen “mit ständigem Kampfauftrag“ in dieser Hinsicht genau so behandelt. © dpa
Damit sind sie - im Prinzip - ein zulässiges Ziel militärischer Gewalt, auch außerhalb einer akuten Notwehr- oder Nothilfesituation. © dpa
Laut NATO-Untersuchungsbericht sind infolge des von Kommandeur Georg Klein angeforderten Angriffs bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden, darunter 30 bis 40 Zivilisten. © dpa
Hat sich der Oberst strafbar gemacht? © dpa
Das hängt davon ab, ob die Schäden in der Zivilbevölkerung noch im Verhältnis zum “unmittelbaren und konkreten militärischen Vorteil“ stehen. © dpa
Dafür spielen neben dem Zahlenverhältnis zwischen getöteten Kämpfern und Zivilisten weitere Faktoren eine Rolle, etwa, ob eine akute Gefahrenquelle ausgeschaltet und ob die Zivilbevölkerung zuvor gewarnt wurde. © dpa
Maßgeblich ist zudem die Sachlage vor dem Angriff, nicht deren nachträgliche Beurteilung. Gerichtlich ist die Verhältnismäßigkeit bisher kaum definiert. © dpa
Könnte Klein (Foto: rechts) das ISAF-Mandat überschritten und sich deshalb strafbar gemacht haben? © dpa
Das ISAF-Mandat spielt für die Strafbarkeit nach dem Völkerstrafgesetzbuch keine Rolle. © dpa
Außerdem muss das anfangs auf eher unterstützende Sicherheitsaufgaben gerichtete Mandat nach Auffassung der Völkerrechtlerin Heike Krieger “dynamisch interpretiert werden“ - womit sich auch die Befugnisse der Soldaten zum Einsatz militärischer Gewalt erweiterten. © dpa

Die Trauung fand im provisorischen Kirchenraum des Feldlagers in Kunduz statt - von den Soldaten als "Gottesburg" bezeichnet. Da für festliche Kleidung kein Platz im Stauraum eines Bundeswehrcontainers gefunden werden konnte, heiratete das glückliche Paar im Tarnanzug und Dienststiefeln.

Doch ansonsten bemühen sich die Kameraden, dem Hochzeitspaar es an nichts fehlen zu lassen. Der Gang durchs Spalier, durch einen Panzer kriechen, Papierherz ausschneiden - alles dabei! Und auch für das Menü lässt sich der Chef der Truppenküche etwas Besonderes einfallen: Roastbeef mit Kartoffelgratin und Gemüse.

Einen kleinen Unterschied zur Hochzeit zuhause gab es allerdings schon: Die Hochzeitsnacht verbrachten Patrick und Franziska nicht gemeinsam, denn, so heißt es im Film: "Geschlafen wird im Feldlager, auch nach der Hochzeit, getrennt."

dh

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