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„Schatten-Gouverneur“ festgenommen

KSK schnappt meistgesuchten Talibanführer

Berlin - Das „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) der Bundeswehr hat offenbar einen der meistgesuchten Talibanführer Nord-Afghanistans festgenommen. Er soll für den Tod von drei deutschen Soldaten verantwortlich sein.

An der Festnahme eines Taliban-Führers im Norden Afghanistan in der vergangenen Woche sind nach einem Zeitungsbericht auch deutsche Soldaten beteiligt gewesen. Laut „Bild“-Zeitung vom Dienstag wurde der Mann vom Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gefasst. Dieser sei offenbar der von den Taliban eingesetzte „Schatten-Gouverneur“ der Provinz Kundus.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos handelte es sich um einen von afghanischen Kräften geführten und von weiteren Kräften, darunter auch deutschen, unterstützten Einsatz. „Nach afghanischen, bislang unbestätigten Angaben soll es sich um einen Mullah Abdul Rahman handeln“, sagte eine Sprecherin am Montagabend. Der Mann befinde sich derzeit in afghanischem Gewahrsam.

KSK: Die härtesten Kämpfer der Bundeswehr

KSK: Das ist die Elite-Einheit der Bundeswehr

Die rund 1000 Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) gelten als Deutschlands härteste Kämpfer. © dpa
Die 1996 aufgestellte Elitetruppe ist auf militärische Sonderaufträge im Ausland wie auch auf die Bekämpfung von Terroristen spezialisiert. © AP
Die Soldaten sind etwa zur Rettung abgeschossener deutscher Piloten hinter feindlichen Linien und zur Befreiung deutscher Staatsangehöriger aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten besonders ausgebildet. © dpa
Stationiert ist die Einheit in Calw im Schwarzwald. © dpa
Das KSK ist in die Struktur der Bundeswehr eingebunden und truppendienstlich ein regulärer Verband im Heer. © AP
Mehrere Dutzend Soldaten des Kommandos werden auch in Afghanistan eingesetzt. © dpa
Unter anderem suchen sie dort nach Taliban-Kämpfern und El-Kaida-Terroristen. © dpa
Über die streng geheimen Einsätze gelangt aber wenig an die Öffentlichkeit. © dpa
Lediglich im Frühjahr wurde bekanntgegeben, dass sie einen Taliban-Kommandeur gefangengenommen hatten, der für einen Anschlag auf die Bundeswehr verantwortlich gemacht wurde. © dpa
Das Kommando wurde auch bei der Festnahme mutmaßlicher Kriegsverbrecher in Bosnien und im Kosovo eingesetzt sowie in Mazedonien. © dpa
Die Berufs- und Zeitsoldaten des KSK haben die modernste Ausrüstung. © dpa
Zu ihrer Spezialausbildung gehören Nahkampf... © dpa
...Fallschirmspringen... © dpa
...Abseilen aus Hubschraubern... © dpa
...und Sprengen © dpa
sowie Überleben unter Extrem-Bedingungen in Gebirge, Dschungel oder Wüste. © dpa
KSK-Soldaten bei einer simulierten Geiselbfereiung. © dpa
KSK-Soldaten beim Unterwassertraining. © dpa
KSK-Soldaten beim Unterwassertraining. © dpa
Ein KSK-Soldat bei einer Schießübung. © dpa
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder gibt im Jahr 2004 in der Graf Zeppelinkaserne in Calw einem Soldaten der Kommando Spezialkräfte (KSK) die Hand. Der Elite-Soldat trägt einen Anzug zur Bombenentschärfung. © dpa
KSK-Soldaten beim Training © dpa

Ein Sprecher der Provinzregierung von Kundus hatte am Samstag mitgeteilt, die afghanische Polizei habe im Norden des Landes einen Taliban-Führer gefasst, der für zahlreiche Anschläge auf Isaf-Soldaten und örtliche Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht werde.

Der „Bild“-Zeitung zufolge erfolgte der Zugriff nahe der Ortschaft Ghunday Kalay in der Provinz Kundus. Dort habe es ein Treffen ranghoher Taliban-Führer gegeben.

Die Ortschaft befinde sich in unmittelbarer Nähe des Ortes Char Darrah, wo am Karfreitag 2010 drei deutsche Soldaten in einem Hinterhalt getötet wurden. Dafür mache die Bundeswehr Mullah Rahman mitverantwortlich. Er habe auch im September 2009 nahe Kundus zwei Tanklaster entführen lassen, die auf Befehl des deutschen Oberst Georg Klein dann bombardiert wurden. Mehr als 100 Menschen kamen bei dem Luftangriff ums Leben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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