Cain erwägt Ausstieg aus Republikaner-Rennen

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Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Herman Cain denkt darüber nach, aus dem Rennen auszusteigen.

Washington - Steht der Republikaner Cain vor dem Aus? Erst haben vier Frauen den Präsidentschaftsbewerber sexueller Belästigung beschuldigt, jetzt geht eine angebliche Geliebte an die Öffentlichkeit. Zum ersten Mal denkt Cain ans Aufgeben.

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Cain soll jahrelang eine Affäre gehabt haben

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Herman Cain denkt darüber nach, aus dem Rennen auszusteigen. Zuvor war der 65-Jährige nach Vorwürfen sexueller Belästigung erneut in die Schlagzeilen geraten - diesmal wegen einer angeblichen langjährigen Affäre. Cain wies dies zwar kategorisch zurück, aber teilte am Dienstag Mitgliedern seines Wahlkampfteams mit, dass er ein Ende seiner Kandidatur erwäge. Er werde seine Entscheidung in den nächsten Tagen fällen, zitierten ihn zahlreiche US-Medien.

Eine Geschäftsfrau aus Atlanta hatte behauptet, fast 14 Jahre lang mit ihm liiert gewesen zu sein. Der verheiratete Cain erklärte dagegen, es habe sich um reine Freundschaft gehandelt. Er sprach weiter von “Schmiertaktiken“, hinter denen politische Gegner steckten, “die Angst vor einem Präsidenten Cain haben“.

Das sind Republikaner und Demokraten

Das sind Republikaner und Demokraten

In den USA gibt es nur zwei große Parteien: die Demokraten und die Republikaner. © dpa
Hier erfahren Sie, was die Parteien unterscheidet - und wofür der Elefant und der Esel stehen. © dpa
Die Demokratische Partei entwickelte sich aus der Partei Thomas Jeffersons (war der dritte US-Präsident), die schon vor 1800 gegründet wurde. © dpa
Die Republikanische Partei wurde 1854 mit dem Ziel gegründet, die Sklaverei abzuschaffen. Bei den Präsidentschaftswahlen 1860 setzten die Republikaner sich unter Abraham Lincoln gegen die Demokraten durch, welche für die Beibehaltung der Sklaverei plädierten. © dpa
Die Demokraten gelten als liberalere der beiden Parteien. Das Bild zeigt Nanci Pelosi, die abgewählte demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses bei der Debatte um die Gesundheitsreform. © dpa
Die Republikaner sind dagegen eher konservativ und wirtschaftsnah ausgerichtet. Das Bild zeigt den republikanischen Senator John McCain (rechts), der die Staatsverschuldung der Obama-Regierung anprangert. © dpa
Wappentier der Republikanischen Partei, die sich auch stolz Grand Old Party (GOP) nennt, ist der Elefant. © dpa
Das Wappentier der Demokraten ist der Esel. © dpa
Die Republikaner haben Rot als Symbolfarbe, die Demokraten Blau. Diese Karte zur Präsidentschaftswahl 2008 zeigt, welche Staaten eher republikanisch wählen und welche eher demokratisch. © dpa
In den vergangenen vier Jahrzehnten waren fünf der acht Präsidenten Republikaner. Darunter Präsident Ronald Reagan, der von 1981 bis 1989 regierte. Das Bild zeigt in im Jahr 1987 während eines Deutschland-Besuches vor dem Brandenburger Tor. © dpa

Der frühere Chef einer Pizzakette war bereits zeitweise Favorit der Republikaner gewesen. In den vergangenen Wochen gingen seine Popularitätswerte aber deutlich zurück. An seiner Stelle stieg der ehemalige Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, auf. Laut Umfragen führen Gingrich und der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, das republikanische Bewerberfeld zurzeit an.

Die 46-jährige Ginger White sagte dem Sender Fox 5 in Atlanta, sie habe Cain Ende der 90er Jahre kennengelernt, als er Chef der nationalen Restaurant-Vereinigung (National Restaurant Association) gewesen sei. Die Affäre habe bis kurz vor Cains Einstieg ins Präsidentschaftsrennen in diesem Jahr gedauert. Sie sei nicht stolz auf die Affäre, sagte White. Sie gehe damit nur an die Öffentlichkeit, weil die Sache ihrer Ansicht nach ohnehin von anderer Seite ans Tageslicht gezerrt worden wäre.

“Es war nicht kompliziert“, sagte sie dem Sender über die angebliche Beziehung. “Ich war mir bewusst, dass er verheiratet war, und ich war mir bewusst, dass ich in eine sehr unangemessene Beziehung verwickelt war.“

Zuvor hatten vier Frauen Cain der sexuellen Belästigung beschuldigt. Alle angeblichen Vorfälle sollen sich in den 90er Jahren ereignet haben. Cain hat alle Beschuldigungen kategorisch zurückgewiesen. Den Medienberichten zufolge sagte er aber jetzt seinen Teammitgliedern, dass der Fall White möglicherweise schwerer zu bewältigen sein werde, weil die erste Vorwahl bereits in fünf Wochen anstehe. Die Präsidentenwahl ist am 6. November 2012.

dpa

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