CDU: Kein Strategiewechsel nach Wahlschlappe

Der große Verlierer der Landtagswahl in Thüringen: Dieter Althaus (CDU).
+
Der große Verlierer der Landtagswahl in Thüringen: Dieter Althaus (CDU).

Berlin - Nach den teils heftigen Einbrüchen bei den Landtagswahlen am Wochenende haben sich Spitzenpolitiker der CDU gegen einen Strategiewechsel im Bundestagswahlkampf ausgesprochen.

Eine solche Debatte sei unnötig, erklärten übereinstimmend die Ministerpräsidenten Roland Koch, Günther Oettinger und Christian Wulff am Montag in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel stehe

Lesen Sie dazu auch:

Der Tag danach: Parteien feilschen um Koalitionen

unangefochten an der Spitze. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff sagte: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass man aktiver werden kann als Angela Merkel.“ Der hessische Ministerpräsident Koch sagte gleichwohl, dieses “Wahlergebnis am Wochenende ist ein Weckruf“. Der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger sprach mit Blick auf die Landtagswahlen von “Licht und Schatten“. Die SPD könne aber “in keinem Fall triumphieren“, erklärte Oettinger.

„Weckruf für die CDU“

Nach den dramatischen Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen im Saarland und in Thüringen hat Bundestagsfraktionsvize Wolfgang Bosbach die Union vor hektischen Kurskorrekturen gewarnt. “Aber es ist ein Weckruf für alle, die in der Union bislang geglaubt haben, dass der Wahlsieg am 27. September selbstverständlich sei“, sagte Bosbach am Montag dem Radiosender Bayern 2. Das Bundestagswahl-Ziel sei unverändert - trotz der Ergebnisse vom Sonntag, nach denen es nur in Sachsen für Schwarz-Gelb reicht. “Wie streben eine schwarz-gelbe Koalition an.“. Aber sowohl CDU/CSU als auch FDP müssten sich “glasklar“ dazu bekennen.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel äußerte große Sorge über das Abschneiden des Wunschpartners CDU. “Wenn die Union jetzt nicht auch inhaltlich noch mal klarmacht, was sie mit uns durchsetzen möchte, dann besteht die große Gefahr, dass sie es wieder vergeigen, weil die Bürger das Gefühl nicht loswerden, dass man gerne die große Koalition fortsetzen würde“, sagte Niebel dem Sender. “Deswegen sage ich, die Kanzlerin und die Union insgesamt - insbesondere in Bayern - muss deutlich machen, welche Inhalte sie gemeinsam mit uns durchsetzen will.“

dpa

Kommentare