Hauptziel bleibt Deutschland

Deutlich mehr Asylanträge in der EU

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Deutschland bleibt innerhalb der Europäischen Union das Hauptziel für Asylbewerber und verzeichnete 29 Prozent aller Anträge.

Luxemburg - Krieg und politische Verfolgung - jedes Jahr flüchten Hunderttausende aus ihrer Heimat nach Europa. Im vergangenen Jahr ist die Zahl stark gestiegen. Deutschland bleibt das Hauptziel in Europa.

Die Zahl der Asylbewerber in der EU ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Mehr als 434.000 Personen beantragten im Jahr 2013 internationalen Schutz in den 28 EU-Staaten - das waren fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg mit. Ein Grund dafür war der Bürgerkrieg in Syrien, von wo die größte Gruppe der Asylbewerber kam. Deutschland bleibt innerhalb der Europäischen Union das Hauptziel für Asylbewerber und verzeichnete 29 Prozent aller Anträge, gefolgt von Frankreich und Schweden.

Gewalttätige Konflikte wie in Syrien machen Menschen weltweit zu Flüchtlingen. Sie fliehen vor Krieg, politischer Verfolgung oder Völkermorden und verlassen ihre Heimat, um in den europäischen Industriestaaten ein besseres Leben zu beginnen.

In Europa wurden die meisten Anträge im vergangenen Jahr von Syrern gestellt (50.000 Asylbewerber). Betrachtet nach Nationen folgten dann Bewerber aus Russland (41.000) sowie Afghanistan (26.000).

Schweden auf Platz eins

Innerhalb Europas war Deutschland das beliebteste Ziel mit 126.700 Bewerbern. Experten sehen als Grund dafür die wirtschaftliche Stärke und politische Stabilität, die viele Flüchtlinge anziehe. Deutschland hatte sich zudem bereiterklärt, ein Kontingent von 10.000 Flüchtlingen aus Syrien aufzunehmen. Insgesamt registrierten in der EU die fünf Länder Deutschland, Frankreich, Schweden, Großbritannien und Italien 70 Prozent aller Asylanträge.

Betrachtet man die Zahlen aber pro Einwohner, lag Schweden auf Platz eins mit der höchsten Asylbewerberquote von 5700 Bewerber pro eine Million Einwohner, gefolgt von Malta und Österreich. Deutschland landete erst auf Platz sieben (mit 1575 Bewerbern pro eine Million Einwohner).

In der Europäischen Union gilt die Regel, dass der EU-Staat für das Asylverfahren zuständig ist, in dem der Flüchtling zuerst ankommt.

Die EU-Staaten lehnten im vergangen Jahr 65 Prozent der Erstanträge ab. 15 Prozent der Bewerber erhielten Flüchtlingsstatus, 14 Prozent subsidiären Schutz und fünf Prozent eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen.

Die Eurostat-Zahlen unterscheiden sich von denen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Der globale UN-Asylbericht hatte die Zahl der Flüchtlinge in der EU im Jahr 2013 etwas niedriger mit 398.200 Anträgen angesetzt und für Deutschland auf 109.600 beziffert. Die Gründe für die Differenz sind nicht bekannt.

dpa

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