Deutsche Stiftung zahlt Gehalt für Assange

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Die deutsche Wau Holland Stiftung kommt derzeit für das Gehalt von Wikileaks-Gründer Julian Assange auf.

Bielefeld - Die deutsche Wau Holland Stiftung kommt derzeit für das Gehalt von Wikileaks-Gründer Julian Assange auf. Auch Spenden an Wikileaks laufen über die Stiftung, während andere diese Gelder blockieren.

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Mastercard, Visa, Paypal und die Bank of America lehnen es ab, Zahlungen an die Enthüllungsplattform Wikileaks abzuwickeln. Dennoch fließen über die deutsche Wau Holland Stiftung weiterhin Spenden an Wikileaks und auch an den Gründer der Plattform, Julian Assange. Es würden aber keine Gelder für die Kaution oder die Anwaltskosten von Assange ausgezahlt, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Winfried Motzkus, der Nachrichtenagentur dpa in Bielefeld. Schwedens Staatsanwaltschaft verdächtigt Assange des sexuellen Missbrauchs zweier Frauen und verlangt von England seine Auslieferung. Er wurde gegen eine hohe Kaution und unter strengen Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Wovon lebt Julian Assange?

Winfried Motzkus: “Mittlerweile bekommt er als einer von vier festen Wikileaks-Mitarbeitern ein Gehalt. Das orientiert sich an der Höhe der Greenpeace-Entgelte für Leute in leitenden Funktionen, also etwa für Campaigner.“ [Die Entgelte für Campaigner bei Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace liegen zwischen rund 3800 und gut 5000 Euro - Anm. d. Red.]

Es gibt Gerüchte über Luxusflüge und teure Hotels von Assange.

Winfried Motzkus: “Bei uns sind solche Rechnungen nicht aufgetaucht. Hier wurden nur ganz normale Flüge abgerechnet, meistens sogar ohne Unterkunftskosten, weil die Leute privat untergekommen sind.“

Hat die Stiftung Geld zu der Kaution beigetragen und werden Anwaltskosten übernommen?

Winfried Motzkus: “Nein. Das ist zunächst keine Sache von Wikileaks, sondern zumindest theoretisch seine Privatsache. Das hat mit der Stiftung nichts zu tun. Wir werden auch keine Rechnungen akzeptieren, die etwas mit diesem Prozess zu tun haben. Der Prozess kann in einem Zusammenhang mit Wikileaks stehen. Wir können aber zweckgebundene Spenden nicht einfach umwidmen.“

Fließen die Spenden noch?

Winfried Motzkus: “Bei uns gehen nach wie vor direkte Überweisungen für Wikileaks ein. Wir waren nur von der Paypal-Sperre betroffen. (Zahlungen via) Mastercard und Visa liefen nicht über unsere Stiftung. Spenden aus dem Ausland sind vielleicht dadurch etwas schwieriger, etwas teurer geworden, sie gehen aber nach wie vor ein.“

Welche Summe für Wikileaks ist inzwischen bei ihnen eingegangen?

Winfried Motzkus: “Es kommen immer dann mehr Spenden herein, wenn Wikileaks verstärkt in den Medien ist. Jetzt wird es vielleicht wieder etwas weniger. Seit Oktober 2009 sind mehr als 900 000 Euro zusammengekommen, davon wurden über 370 000 Euro ausgezahlt. Im Januar oder Februar 2011 wollen wir eine komplette Finanzübersicht zu Wikileaks-Spenden veröffentlichen.“

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dpa

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