Deutscher Ex-Terrorist Boock schildert Einstieg bei RAF

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Der ehemalige RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock ist als Zeuge im Prozess gegen die ehemalige Terroristin Verena Becker geladen.

Stuttgart - Der frühere deutsche RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock hat am Donnerstag als Zeuge vor Gericht seinen Weg in den Untergrund geschildert.

Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker sagte Boock aus, wie andere Jugendliche habe er sich von den RAF-Terroristen der ersten Generation aufgefangen gefühlt. Nach deren Inhaftierung hätten sie das Ziel gehabt, die Vorbilder mit Anschlägen zu befreien, zu denen auch das Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback am 7. April 1977 gehörte.

Die RAF: Schreckensbilder vergangener Zeiten

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Der Prozess vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim soll klären, welchen Anteil Verena Becker (58) an der Vorbereitung des Buback-Attentats hatte. Boock, der heute in Freiburg lebt, gilt als ein Hauptzeuge der Anklage.

Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland ermahnte Boock, mit sich und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen: “Sie sollten die historische Chance nutzen, vor der deutschen Bevölkerung und Geschichte das zu sagen, was der Wahrheit entspricht - und zwar in vollständiger Form.“

Boock schilderte anschließend ausführlich, wie sie damals von den sogenannten “Brandstiftern“ aus Heimen eingesammelt worden seien. Zunächst hätten sie nicht gewusst, dass es gleichgesinnte Gruppen in anderen Städten gab. Doch bald wurde klar: “Der Zusammenschluss war das Ziel.“ Die Ausbildung im Camp im Aden (Jemen) sei der Weg dahin gewesen. Boock berichtete zudem, Buback hätte eigentlich durch eine Haftmine sterben sollen. “Das erwies sich jedoch nicht als gängig und wurde verworfen.“

dpa

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