Maximilianeum adieu

Diese Abgeordneten hören 2013 auf

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Franz Maget

München - Günther Beckstein hört auf, Franz Maget ebenso: Bei der Landtagswahl in einem Jahr treten viele prominente Abgeordnete nicht wieder an.

Für mehr als zwei Dutzend Landtagsabgeordnete ist diese parlamentarische Sommerpause eine ganz besondere: Es ist ihre letzte - weil sie sich bei der Landtagswahl im Herbst 2013 nicht wieder zur Wahl stellen. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hört auf, der langjährige SPD-Fraktionschef und jetzige Landtagsvizepräsident Franz Maget ebenso. Und auch einige Ex-Minister verlassen die parlamentarische Bühne - all das steht nach Angaben aus den verschiedenen Fraktionen jetzt schon fest. Einige Abgeordnete haben sich dagegen noch nicht entschieden, ob sie 2013 aufhören oder noch einmal weitermachen.

Bei der CSU beispielsweise lichten sich die Reihen merklich: Schon nach heutigem Stand hört mindestens ein Fünftel der 92 Abgeordneten auf. Darunter ist Beckstein, der nächstes Jahr 70 wird. 39 Jahre lang saß er dann im Landtag, von 1993 bis 2007 war er Innenminister und von Oktober 2007 bis Oktober 2008 bayerischer Ministerpräsident.

Auch Eberhard Sinner, der seit 1986 für die CSU im Landtag sitzt und nächstes Jahr 69 Jahre alt wird, tritt nicht noch einmal an. Gesundheitsminister war er, Europaminister und bis 2008 Chef der Staatskanzlei - nun ist auch im Landtag Schluss. “Ich habe vieles mitbewegt, vieles bewirkt - manches vielleicht auch nicht“, sagt Sinner rückblickend. Jedenfalls sei es jetzt an der Zeit, für einen Jüngeren Platz zu machen. Und langweilig werde ihm sicher nicht.

Neben Beckstein hören mit Christa Stewens und Josef Miller noch zwei weitere ehemalige Staatsminister auf. Stewens war bis 2008 Sozialministerin, Miller ebenfalls bis 2008 Agrarminister. Aber auch andere prominente CSU-Abgeordnete kehren dem Landtag den Rücken, darunter die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Renate Dodell oder die einstige Gesundheitsstaatssekretärin Erika Görlitz. Nach mehr als 30 Jahren im Maximilianeum hören zudem die CSU-Abgeordneten Konrad Kobler, Otto Zeitler und Max Strehle auf. Und auch der 2009 als Innenstaatssekretär zurückgetretene Bernd Weiß tritt nicht wieder an.

Bei der SPD verlässt mit Franz Maget einer der führenden Köpfe das Schiff. Fast zehn Jahre lang war er Fraktionschef; er führte die Bayern-SPD zweimal als Spitzenkandidat in Landtagswahlen. Seit 2009 ist Maget Vizepräsident des Landtags - doch 2013 ist Schluss.

“Einsteigen ist leichter als aufhören“, räumt Maget ein. Man müsse sich bewusst sein, was man alles aufgebe. Doch er habe sich nun entschieden - und sei sehr glücklich damit. “Auf die Freiheit, die ich gewinne, freue ich mich“, sagt er. Komplett zur Ruhe setzen will sich Maget, der kommendes Jahr 60 wird, in keinem Fall: “Ich weiß noch nicht, was - aber ich werde noch was tun.“

Auch die SPD-Abgeordneten Ludwig Wörner, Adelheid Rupp, Christa Steiger, Reinhold Perlak und Sabine Dittmar treten nicht mehr an. Die Ärztin Dittmar kandidiert aber stattdessen für den Bundestag.

Bei den Grünen hören nach derzeitigem Stand Renate Ackermann, Simone Tolle und Maria Scharfenberg auf. Bei den Freien Wählern und der FDP wurden bisher keine Namen von Abgeordneten bekannt, die sicher nicht mehr antreten. Der FDP-Politiker Dietrich von Gumppenberg (71), der erst in diesem Jahr in den Landtag nachrückte, will es nach derzeitigem Stand noch einmal wissen.

Einige prominente Politiker haben sich noch nicht entschieden, ob sie 2013 noch einmal antreten - zumindest wollen sie sich noch nicht öffentlich festlegen. Der frühere Finanz- und Wirtschaftsminister, Staatskanzleichef und CSU-Vorsitzende Erwin Huber beispielsweise verweist auf ein Gespräch in seinem Kreisverband im September. Und auch von Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) heißt es, sie habe ihre Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen.

dpa

Bilder vom Sommerempfang des Bayerischen Landtags

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