FDP und CSU diskutieren Euro-Austritt Griechenlands

Berlin - In der Schuldenkrise diskutieren Liberale und CSU verstärkt über eine mögliche Insolvenz Griechenlands oder einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner bekräftigte im ARD-Morgenmagazin die Position von Parteichef Philipp Rösler, der eine “geordnete Insolvenz“ Griechenlands nicht ausgeschlossen hatte.

Man müsse darüber nachdenken, was passiere, wenn Griechenland nicht in der Lage sei, die Einsparziele zu erfüllen, sagte Lindner. “Dann braucht es Lösungen und eine dieser Lösungen könnte sein, dass die Griechen in eine geordnete Staateninsolvenz gehen, damit es zu einer neuen Strukturierung der Schulden kommt.“ Die Griechen müssten dann selbst entscheiden, ob sie im Euro verbleiben wollen oder nicht. Er fügte hinzu, dass es dabei um Szenarien gehe, “die man nicht mehr ausschließen kann, aber auf die wir nicht hinarbeiten“.

Die CSU-Spitze wollte am Montag in einem Leitantrag für den anstehenden Parteitag einen Ausstieg von Staaten aus der Euro-Zone nicht mehr ausschließen. Überschuldete Staaten müssten damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen, heißt es in dem Entwurf für das Papier, das bereits in der CSU-Präsidiumssitzung vor zwei Wochen erstmals beraten worden war. Der bayerische Landtagsabgeordnete und ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber sagte im Deutschlandradio Kultur, Griechenland um jeden Preis zu retten wäre der falsche Weg. Die CSU habe das Land noch nicht abgeschrieben, man müsse jetzt aber alle Szenarien kalkulieren und mit dem Schlimmsten rechnen.

dpa

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