Eklat bei Linken-Parteitag in Bayern

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Fassungslos: Der Linke-Bundesvorsitzende Klaus Ernst

Asbach-Bäumenheim - Die tief zerstrittene bayerische Linke hat ihren Landesparteitag unter chaotischen Umständen und mit einem Eklat eröffnet.

Zum Auftakt des Treffens im schwäbischen Asbach- Bäumenheim versuchten die Gegner des Bundesvorsitzenden Klaus Ernst, den Parteitag platzen zu lassen. Der Antrag auf vorzeitige Beendung des Treffens wurde aber mit 77 zu 97 Stimmen abgelehnt. Anschließend zogen Ernsts Gegner unter lautem Protest und Buhrufen aus der Halle aus, als der Parteichef mit seiner Rede beginnen wollte. Ernst appellierte an die verbliebenen Delegierten, die Linke solle sich der Anliegen der Bürger annehmen - und nicht um die Frage streiten, “wie wir am besten von hinten den eigenen Leuten in die Knie treten“.

Die bayerische Linke ist gespalten: Den Unterstützern Ernsts aus dem Gewerkschaftflügel stehen radikale Linke gegenüber. Diese beschuldigen Ernst und seine Anhänger, sie seien “antidemokratische Zentralisten“, die die Partei mit illegalen Manipulationen der Mitgliederzahlen unter ihre Kontrolle bringen wollten. “Wir müssen uns nicht mit Fragen beschäftigen, die außerhalb dieses Raums kein Schwein interessieren“, rief Ernst unter donnerndem Applaus seiner verbliebenen Unterstützer in der Halle.

Die Gegner Ernsts wollten den Parteitag vorzeitig beenden, weil die Mitgliederzahlen der Partei ungeklärt sind. Der Landesvorstand hat mittlerweile eingeräumt, dass gegen Jahresende gut ein Zehntel der bisherigen 3300 Mitglieder aus den Listen gestrichen werden muss, weil die Betroffenen keine Beiträge zahlen. Eigentlicher Hauptprogrammpunkt des Parteitags ist die Neuwahl eines Landesvorsitzenden.

dpa

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