Schwerer Vorwurf

Ex-IS-Geisel: Terrormilizen hatten keinen Koran

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ex-IS-Geisel Didier François wirft dem IS um Anführer Abu Bakr al-Baghdadi vor, dass die Milizen keinen Koran hatten.

Washington - Der französische Journalist Didier François hat über seine Zeit als Geisel der Terrormiliz Islamischer Staat berichtet und ein prekäres Detail offenbart. Die Kritik am IS steigt.

Als üble Folterknechte hat der französische Journalist Didier François die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) während seiner zehnmonatigen Geiselhaft kennengelernt. „Wir konnten manchmal Einheimische in den Gängen sehen, wenn wir zu den Toiletten gebracht wurden. Einige lagen blutverschmiert am Boden. Überall hingen Ketten, Seile und Eisenstangen“, berichtete der im April 2014 freigelassene Journalist dem TV-Sender CNN.

Er selbst sei mehrfach zusammengeschlagen worden: „Die Schläge sind hart, aber sie fanden nicht täglich statt. Manchmal passiert es. Wenn sie einen in Stücke reißen wollten, könnten sie es.“ Dem IS gehe es nicht um die Religion: „Es gab keine religiöse Auseinandersetzung, nur eine politische.“ Die Kämpfer hätten nicht einmal einen Koran gehabt.

Iran verurteilt IS-Mord an jordanischem Piloten

Der Iran hat den Mord an einem jordanischen Piloten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufs Schärfste verurteilt. „Dieser brutale Mord hat weder etwas mit dem Islam noch mit Menschlichkeit zu tun“, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch. Diese Tat mache die Zusammenarbeit aller Staaten im Kampf gegen den IS mehr denn je notwendig, fügte Afcham hinzu.

Al-Azhar-Universität: IS-Terroristen auf gleiche Weise bestrafen

Auf die in der islamischen Welt viel geachtete Azhar-Universität in Kairo hat die Gewaltakte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) scharf verurteilt. Der IS sei eine „teuflische“ Organisation, die einen Krieg gegen Gott führe, sagte Großmufti Scheich Ahmed al-Tajib in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Ihre Barbarei werde von Gott nicht anerkannt. Man müsse die Terroristen auf gleiche Weise bestrafen - Kreuzigungen und Verstümmelungen inbegriffen.

Die IS-Extremisten hatten am Dienstag im Internet ein Video veröffentlicht, das die Verbrennung eines jordanischen Piloten bei lebendigem Leibe zeigt. Obwohl die Dschihadisten sich auf islamische Rechtsprechungen beriefen, gebe es keinerlei Grundlagen, die diese Art der „Strafe“ rechtfertigen, sagte Al-Tajib. „Das ist ein bösartiger Akt, der von allen Religionen abgelehnt wird.“ Der Imam sprach dem jordanischen König Abdullah II. und der jordanischen Bevölkerung sein Beileid aus.

Al-Tajib ist Imam der Al-Azhar-Mosche, die zur Universität gehört. Die Al-Azhar ist mit ihrer Rechtsprechung für Millionen Muslime sunnitischer Glaubensrichtung wegweisend. Sunniten kämpfen auch aufseiten der Terrormiliz Islamischer Staat.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser