Ex-IWH-Präsident: Regierung muss mehr sparen

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Der ehemalige Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum

Halle - Der ehemalige Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, fordert von der Bundesregierung einen deutlicheren Sparkurs. Gleichzeitig hält er Verschuldung für den "einzig sauberen Weg".

Gegenwärtig sei Deutschland „kein Vorbild“ für andere EU-Länder, kritisierte Blum in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Die Schuldenaufnahme müsse angesichts der Euro-Krise reduziert werden.

Blum fügte hinzu: „Denn die Sanierung Europas über die Verschuldung ist der einzige saubere Weg.“ Sogenannte Euro-Bonds oder der Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank dürften „allenfalls Übergangsphänomene sein“.

Der frühere IWH-Präsident betonte zugleich, für Deutschland seien die Konjunktur-Aussichten „vergleichsweise positiv - Stagnation auf hohem Niveau“. Der Arbeitsmarkt werde von negativen Entwicklungen „wenig betroffen sein“. Ein Grund dafür sei „die Grunderfahrung der Unternehmen, dass qualifizierte Mitarbeiter inzwischen ein Engpass geworden sind“.

Blum fügte hinzu: „Besonders junge Menschen müssen in weit stärkerem Maße als bisher für den Arbeitsmarkt gewonnen werden. Für eine entwickelte Gesellschaft ist es nicht tragbar, dass - je nach Rechnung - zwischen 10 und 15 Prozent eines Jahrgang mit verminderter oder ohne Qualifikation ausscheiden und damit einer zukunftsorientierten Wirtschaft verloren gehen.“

dapd

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