Verdacht auf Giftmord

Exhumierung Arafats hat begonnen

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Ehrenwache im Mausoleum für den ehemaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat, Archivbild von 2008

Ramallah - Vier Monate nach dem Nachweis radioaktiver Spuren an persönlichen Gegenständen Arafats werden jetzt seine sterblichen Überreste ausgegraben.

Die Arbeiten zur Exhumierung des vor acht Jahren gestorbenen Palästinenserführers Jassir Arafat haben am Dienstag in Ramallah begonnen. Arbeiter hätten angefangen, Steine zu entfernen und das Grab freizulegen, bestätigte ein Mitglied des Komitees, das dem Verdacht eines Giftmordes nachgeht. Arafat war 2004 im Alter von 75 Jahren in einem französischen Militärhospital gestorben. Die Todesursache konnte damals nicht zweifelsfrei geklärt werden. Das Mausoleum in der Stadt im Westjordanland war schon am Montag für die Öffentlichkeit gesperrt worden.

Die Exhumierungsarbeiten sollen mindestens zwei Wochen dauern, sagte das Komiteemitglied, das namentlich nicht genannt werden wollte. Die sterblichen Überreste Arafats liegen unter Tonnen von Beton in vier Metern Tiefe. Die dicke Betondecke war dafür vorgesehen, Schutz vor unbefugtem Zugriff zu bieten. Man wolle bei den Abtragungsarbeiten sehr vorsichtig vorgehen und nur leichte Bohrmaschinen einsetzen, sagte das Komiteemitglied. Es solle nicht mit schweren Baumaschinen gearbeitet werden, um dauerhaften Schaden an der Grabstätte zu vermeiden.

Am 26. November sollen Experten aus der Schweiz, Frankreich und zusätzlich auf palästinensischen Wunsch auch aus Russland anreisen. Sie sollen Proben der Überreste Arafats entnehmen. Ein Institut in der Schweiz hatte im Juli erhöhte Werte des radioaktiven Stoffes Polonium-210 an persönlichen Gegenständen Arafats gefunden. Viele Palästinenser glauben an einen Giftmord durch Israel, das diesen Vorwurf jedoch bestreitet.

Die französische Justiz hatte im August Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet, nachdem Arafats Witwe Suha dort Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte. Schweizer Experten haben eine rasche Untersuchung der Leiche gefordert, weil sonst mögliche radioaktive Spuren im Knochengewebe Arafats wegen ihres raschen Zerfalls nicht mehr nachweisbar wären. Die Analyse würde bis zu vier Monate in Anspruch nehmen, hieß es.

dpa

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