FDP-Generalsekretär Döring: Griechen sollten dankbarer sein

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Patrick Döring

Berlin - FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat von den Griechen mehr Dankbarkeit für die finanzielle Hilfe Deutschlands in der Schuldenkrise verlangt.

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„Die meisten Griechen erkennen, was wir leisten. Aber einige Politiker, vor allem in der Opposition, schimpfen lieber auf Europa, anstatt eigene Fehler zu benennen“, kritisierte Döring in der „Bild am Sonntag“. „Es ist nicht zu spät für ein Wort des Dankes und Anerkennung für die Solidarität der Deutschen und aller Europäer. So könnte der griechische Staatspräsident zur Mäßigung beitragen anstatt die Konflikte noch anzuheizen“, so der 38-Jährige.

Der 82-jährige Präsident Karolos Papoulias hatte Forderungen aus Berlin nach einem Sparkommissar als Beleidigung zurückgewiesen. „Wer ist denn Herr Schäuble, der Griechenland beleidigen kann. Wer sind denn die Niederländer, wer sind die Finnen?“, hatte er erregt gefragt.

Zugleich verband Döring weitere Hilfen mit mehr Sparanstrengungen in Athen. „Die Geduld der Partner, in Deutschland und in ganz Europa, ist da inzwischen sehr strapaziert. Deshalb gilt: Nur wenn mehr getan wird, wird auch mehr geholfen“, sagte der FDP-Politiker.

Einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone, wie er von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) befürwortet worden war, hält Döring aber für gefährlich. Er argumentierte, „dass eine Pleite und ein Euro-Austritt Griechenlands weitaus schlimmere Konsequenzen für uns hätte als jedes Hilfspaket“.

Wagenknecht wirft Döring Geschichtsvergessenheit vor

Linke-Vize Sahra Wagenknecht reagierte empört: „Die einzigen, die Grund haben, sich bei der Bundesregierung zu bedanken, sind die Banken, Hedgefonds und Spekulanten, die mit vielen Milliarden freigekauft wurden“, sagte Wagenknecht, die auch Vizevorsitzende der Linksfraktion ist, am Samstag der Nachrichtenagentur dapd.

Die griechische Bevölkerung werde „ausgeplündert wie unter einer Besatzungsmacht“. Dörings Forderung sei „derart geschichtsvergessen, dass man nur erschrecken kann“, sagte Wagenknecht weiter. „Wer so agiert, macht Europa endgültig kaputt.“

dapd/dpa

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