Anhaltender Verdacht

Mehr als hundert Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken? Migranten nach Unglück vermisst

150 Flüchtlinge werden im Mittelmeer vermisst (Symbolbild).
+
150 Flüchtlinge werden im Mittelmeer vermisst (Symbolbild).

Die Internationale Organisation für Migration befürchtet ein schweres Bootsunglück mit möglicherweise bis zu 115 Toten. Es könnte das schwerste seit Jahresbeginn sein.

Tripolis - Die Internationale Organisation für Migration (IOM) befürchtet ein schweres Bootsunglück im Mittelmeer mit möglicherweise bis zu 115 Toten. Weitere 145 seien gerettet worden und auf dem Weg zur Küste Libyens, erklärte die Organisation via Twitter. Auch ein Sprecher der libyschen Küstenwache bestätigte die Vermisstenmeldung.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) twitterte, Berichten zufolge seien bei dem Unglück vor dem Küstenort Al-Chums mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. 

Flüchtlinge im Mittelmeer: Die „Alan Kurdi“ ist unterwegs

Derzeit sind keine privaten Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs. Die deutsche Organisation Sea-Eye kündigte allerdings am Donnerstag an, mit der „Alan Kurdi“ in Richtung der Rettungszone vor der libyschen Küste aufzubrechen. Dort werde sie voraussichtlich Dienstag eintreffen, erklärte die Regensburger Organisation.

Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten für Menschen, die nach Europa kommen wollen. Beim Versuch, es zu überqueren, kamen dieses Jahr nach IOM-Angaben bereits mehr als 680 Menschen ums Leben. Mehr als 3700 seien aufgegriffen und in Internierungslager in Libyen gebracht worden. Der nordafrikanische Staat ist ein Transitland für Tausende von Migranten.

Seenotrettung bleibt auch abseits der Debatte um die Sea-Watch Kapitänin Carola Rackete ein brennendes Thema. Am Sonntag wurde bekannt, dass ein Kreuzfahrtschiff vor der griechischen Küste 111 Migranten aus Seenot gerettet und auf dem Weg nach Italien an Bord genommen hat.

Der bayerische Kapitän Claus-Peter Reisch hat mit dem Rettungsschiff „Eleonore“ der Nichtregierungsorganisation Lifeline rund 100 Menschen gerettet. Mit den Geflüchteten sitzt das Schiff jetzt vor der italienischen Küste fest und darf nicht anlegen. Es droht ein neues Drama

sam, dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion