Fonds für Eingliederung von Taliban

London - Auf der bevorstehenden Afghanistan-Konferenz in London wird voraussichtlich ein Fonds für die Wiedereingliederung von Taliban-Kämpfern beschlossen.

Zudem soll der Einsatz der internationalen Truppen noch weitere fünf Jahre dauern, wie aus einem Entwurf der Abschlusserklärung hervorgeht, aus dem die britische Zeitung “The Times“ am Montag zitierte.

Darin heißt es demnach: Die afghanischen Sicherheitskräfte sollten “innerhalb von drei Jahren die meisten Operationen in unsicheren Gebieten Afghanistans ausführen und die Verantwortung für die physische Sicherheit innerhalb von fünf Jahren übernehmen“. Stabilere Gegenden könnten schon Ende 2010 oder zu Beginn 2011 an die afghanischen Kräfte übergeben werden. ´

Das sind die Taliban

Das sind die Taliban

Der Begriff Taliban (“Koranschüler“) hat sich als Bezeichnung für die islamistischen Aufständischen in Afghanistan eingebürgert. © dpa
Die “Gotteskrieger“ kämpfen für einen Abzug der ausländischen Soldaten und den Sturz der Regierung Karsai. © AP
Sie wollen wieder ihr Islamisches Emirat Afghanistan errichten. © AP
Bis 2001 hatten sie die Macht über das Land am Hindukusch. © AP
Maßstab aller Ordnung ist für die Taliban eine besonders strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts. Foto: Afghanische Frau in einem Burka-Schleier. © dpa
Gegründet wurde die Bewegung von Absolventen pakistanischer und afghanischer Koranschulen. © AP
Die Taliban sind Sunniten, wie die Mitglieder aller derzeit international operierender islamistischer Terrorgruppen. © AP
Die Taliban konnten sich unter ihrem Anführer Mullah Omar nach dem Sturz ihres Regimes wieder zu einer schlagkräftigen Guerillatruppe formieren. © AP
Trotz mehr als 100 000 ausländischer Soldaten im Land sind sie seit einigen Monaten stark wie nie zuvor. © AP
Schätzungen über die Zahl ihrer Kämpfer reichen bis zu mehreren zehntausend. © AP
Anschläge und Angriffe werden oft vom benachbarten Pakistan aus gesteuert. © AP
Dabei nehmen die Taliban keine Rücksicht auf Unbeteiligte und sind für die meisten zivilen Opfer in dem Konflikt verantwortlich. © AP

Herzstück der Londoner Konferenz am Donnerstag sei jedoch ein Plan zur Aussöhnung mit ehemaligen Aufständischen. Dieser verspricht laut “Times“ allen, die ihre Verbindungen zu “El Kaida und anderen terroristischen Gruppen“ abbrechen, “einen ehrenvollen Platz in der Gemeinschaft“. Dies soll in den kommenden drei Jahren durch einen “Friedens- und Reintegrationsfonds“ unterstrichen werden. Die “Times“ berichtete unter Berufung auf hochrangige Beamte, dass wahrscheinlich die USA, Japan und Großbritannien die größten Beitragsgeber sein werden und dass die Summe sich auf “Hunderte von Millionen Dollar“ beläuft.

Das ist Afghanistan

Das ist Afghanistan

Der afghanischer Präsident Hamid Karsai hatte bereits einen Plan angekündigt, radikalislamische Taliban-Krieger mit materiellen Anreizen zur Aufgabe des bewaffneten Kampfes zu bewegen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich am Wochenende für ein Aussteiger-Programm für afghanische Taliban ausgesprochen. Viele Mitläufer der Terroristen seien auch aus wirtschaftlichen Gründen auf einen falschen Weg geraten, sagte der FDP-Chef der “Bild am Sonntag“.

Der britische Außenminister David Miliband hatte im Sender BBC darauf verwiesen, dass Frieden in Afghanistan nur möglich sei, wenn alle Gruppen in dem Prozess eingebunden seien. “Wenn die Leute sagen, “soll die afghanische Regierung mit den Taliban reden?“, dann habe ich eine einfache Antwort: Ja, sie sollte.“

dpa

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