Foodwatch: Alle Parteien versagen in Dioxin-Krise

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Lebensmittelchemiker Holger Knapp schlägt am Donnerstag in einem Labor des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen (Mittelfranken) Eier für einen Dioxin-Test auf.

Berlin - Foodwatch hat sowohl Regierung als auch Opposition vorgeworfen, in der Dioxin-Krise zu versagen. Bessere Kontrollen würden die Preise in die Höhe treiben - das wollen die Politiker für Deutschland nicht riskieren.

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“Die Parteien müssen endlich den Mut aufbringen, sich mit der Futtermittelindustrie anzulegen“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode am Freitag im ZDF-“Morgenmagazin“. Keine der Parteien habe einen guten Vorschlag zur Bewältigung der Krise vorgelegt.

Auch die Opposition setze nicht am Kern des Problems an, meinte Bode. “Der Kern des Problems sind die Futtermittelbetriebe.“ Sie nähmen Dioxin in der Futterkette mehr oder weniger in Kauf oder ließen es sogar billigend zu. Die Betriebe müssten gesetzlich verpflichtet werden, jede Charge auf das Umweltgift hin zu überprüfen. “Das wird aber nicht gemacht, weil auch die Grünen, weil auch die SPD sich nicht mit der Futtermittelindustrie anlegen.“

Dioxin-Belastung in der EU ist ohnehin zu hoch

Bode sagte, wenn die Sicherheit der Futtermittel besser würde, dann gingen die Preise nach oben. Das würde die Produktion von Fleisch verteuern. Deutschland sei aber eine Exportnation und wolle Schweinefleisch nach Südkorea und China ausführen. “Und eine Erhöhung der Futtermittelpreise erhöht die Produktionskosten und verschlechtert unsere Wettbewerbsfähigkeit.“ Keine Partei wolle da ran, sagte Bode.

“Die Dioxin-Belastung in der EU ist ohnehin zu hoch“, kritisierte der Verbraucherschützer und fügte hinzu: “Jeder zusätzliche Dioxin-Eintrag ist eine Verletzung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit.“

dapd

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