EU: Friedensnobelpreis als Herausforderung

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Von links: Präsdent der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, Präsident des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy und Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz.

Oslo - Europas Entwicklung vom „Kontinent des Krieges zum Kontinent des Friedens“ - dafür bekommt die EU am Montag den Friedensnobelpreis. Führende EU-Politiker sehen das auch als Aufgabe für die Zukunft in der krisengeschüttelten EU.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union als „herausragende Errungenschaft“ gewürdigt. Europa habe mit Hilfe der Union den Weg „von einem Kontinent des Krieges zu einem Kontinent des Friedens“ beschritten, sagte Van Rompuy am Sonntag in Oslo. An diesem Montag - dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel - wird der Preis feierlich in Norwegens Hauptstadt übergeben.

Die EU-Spitze will den Friedensnobelpreis als Ansporn für mehr gemeinsame Außenpolitik zur Verhinderung gewaltsamer Konflikte nutzen. „Der Preis ist eine Auszeichnung dafür, dass 60 Jahre lang Tag für Tag ein neues Europa gebaut worden ist“, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. EU-Kritikern innerhalb und außerhalb der Union trat Barroso energisch entgegen. Jeder in der EU sei aufgeschlossen für Argumente. Er kritisierte jedoch extremen Nationalismus und eine „Sprache des Hasses“.

Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, nannte die Europäische Union ein „faszinierendes Projekt“, das 500 Millionen Menschen zu Europäern gemacht habe. Er warnte zugleich aber auch vor unvorsichtigen Schritten in der Zukunft. „Dieser Preis ist eine Warnung an uns, eine Ermahnung: Verspielt nicht dieses teure Erbe“, sagte Schulz.

Die drei führenden EU-Politiker räumten ein, dass die Entwicklung der Europäischen Union nicht vollendet sei. Die Währungsunion müsse stärker als bisher von einer politischen Union umrahmt werden. Van Rompuy nannte dies einen „historischen Prozess“. Barroso sagte hinsichtlich der Finanzkrise in der Eurozone: „Wir sind noch nicht komplett ausgerüstet, wir haben nicht alle notwendigen Instrumente.“

Der Portugiese Barroso nimmt den mit acht Millionen schwedischen Kronen (927 000 Euro) dotierten Preis zusammen mit dem Belgier Van Rompuy und dem Deutschen Schulz stellvertretend für die 27 Mitgliedsländer in Empfang. Die EU wird für ihre Rolle als Friedensfaktor in Europa über sechs Jahrzehnte ausgezeichnet. Zur Verleihung reist Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenso wie etwa 20 weitere Staats- und Regierungschefs nach Oslo.

dpa

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