Gauck in Polen: „Eine Herzenssache“

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Der neue Bundespräsident Joachim Gauck (li.)begrüßt bei seinem ersten Auslandsbesuch den polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski sowie dessen Gattin Anna (2. v. re.). Gauck wird begleitet von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadtand.

Warschau - Der neue Bundespräsident Joachim Gauck ist am Montag zu seinem ersten Auslandsbesuch in Warschau eingetroffen. Zwei Tage sind für den Antrittsbesuch in Polen eingeplant.

Diese Reise sei ihm „eine Herzenssache“, betonte Gauck bei der Begrüßung durch den polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski im Belweder-Palast. Begleitet wird Gauck von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt.

Mit dem Besuch will das neue deutsche Staatsoberhaupt die besondere Bedeutung der deutsch-polnischen Freundschaft hervorheben. Gaucks Vorgänger Christian Wulff war zunächst nach Straßburg und Paris gereist. Ex-Bundespräsident Horst Köhler hatte dagegen als Ziel seines ersten Auslandsaufenthalts ebenfalls Polen gewählt.

Am Dienstag will Gauck gemeinsam mit Komorowski über die Ergebnisse des Treffens informieren. Anschließend ist noch ein Gespräch mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk geplant. Am Nachmittag wird das deutsche Staatsoberhaupt wieder in Berlin zurückerwartet.

Die polnischen Medien werteten die Entscheidung Gaucks, die erste Auslandsreise nach Polen zu unternehmen, als besonderes Signal, welches die enge Beziehung zwischen Deutschland und Polen unterstreiche. Gauck sei wohl der erste Präsident, der die polnische Seele verstehe, heißt es in einem Kommentar. Der neue deutsche Präsident könne Polen an die Verdienste der Freiheitsbewegung in Europa erinnern, die in Polen selbst häufig gering geschätzt werde, heißt es weiter. Gauck hatte in einem Interview in der polnischen Presse wenige Tage nach seiner Wahl gesagt, es sei nicht selbstverständlich, dass „Polen und Deutschland Partner, ja Freunde, sein können, angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen“.

Großartige Geste

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper nannte die Reise eine „großartige Geste“. „Diese Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck zeigt, wie wichtig auch ihm als Staatsoberhaupt die deutsch-polnischen Beziehungen sind“, sagte die FDP-Politikerin, die auch Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit ist, der Nachrichtenagentur dapd.

Gauck war am 18. März von der Bundesversammlung mit großer Mehrheit zum neuen Staatsoberhaupt gewählt worden. Einen Tag später hatte er offiziell seine Amtsgeschäfte aufgenommen. Der Rostocker Theologe und frühere DDR-Bürgerrechtler ist der erste Ostdeutsche im höchsten Staatsamt und der bislang älteste Präsident bei Amtsantritt.

dapd

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