NSU-Prozess

Gericht will nach Zschäpes Aussage die Beweisaufnahme fortsetzen

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Beate Zschäpe und ihre Anwälte Hermann Borchert (vorne l) und Mathias Grasel (vorne r), am 9.12. im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München.

München - Nach der Aussage von Beate Zschäpe im NSU-Prozess will das Oberlandesgericht in München in dieser Woche zunächst das routinemäßige Programm der Beweisaufnahme fortsetzen.

Allerdings rechnen Prozessbeteiligte damit, dass das Gericht weiter versuchen könnte, Zschäpe dazu zu bringen, wenigstens einzelne Nachfrage mündlich in der Verhandlung zu beantworten. Ihr Anwalt Mathias Grasel hatte erklärt, seine Mandantin werde nur schriftlich und nur über ihn antworten.

Für die drei Verhandlungstage in dieser Woche hat das Gericht acht Zeugen geladen. Am Dienstag soll ein Mann aussagen, den Zschäpe auch in ihrer Aussage erwähnte. Es handelt sich um einen Bekannten, der sie und ihren beiden Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt beim Abtauchen in den Untergrund geholfen haben soll.

In den Jahren danach soll der rechtsextreme „Nationalsozialistische Untergrund“ eine Serie schwerer Verbrechen begangen haben, darunter zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde und zwei Sprengstoffanschläge. Seine Taten soll das Trio akribisch geplant und vorbereitet haben. Als Zeugen dazu sind für Mittwoch und Donnerstag mehrere Kripo-Ermittler geladen, die Landkarten, Stadtpläne und Adresslisten der mutmaßlichen Terroristen auswerteten.

Zschäpe muss sich als einzige Überlebende des NSU-Trios als mutmaßliche Mittäterin verantworten. Vergangene Woche hatte sie erstmals ihr Schweigen gebrochen, das sie seit ihrer Festnahme im November 2011 durchgehalten hatte.

Zschäpes ursprüngliche Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hatten ihr von der Aussage abgeraten. Anwalt Grasel beantragte, Heer, Stahl und Sturm aus der Zschäpe-Verteidigung zu entlassen. Über diesen Antrag hat das Gericht noch nicht entschieden.

dpa

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