Nächster Teil der Hilfszahlungen

EU bewilligt 2,5 Milliarden Euro für Athen

Berlin - Griechenlands internationale Gläubiger haben grünes Licht für die Auszahlung von 2,5 Milliarden Euro an Hilfsgeldern gegeben. Die Griechen hatten am Freitag mit weiteren Sparbeschlüssen den Weg dafür frei gemacht.

Der Sprecher der EU-Kommission, Simon O'Connor, teilte mit, die stellvertretenden Finanzminister der Eurozone hätten den Schritt am Freitag beschlossen. Überdies erhält Griechenland seinen Angaben zufolge 1,5 Milliarden Euro an Erlösen aus dem Verkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank. Jedoch muss der Beschluss noch in einigen Staaten bestätigt werden, was bis Montag abgeschlossen sein soll.

Das griechische Parlament hatte am Donnerstag neue Sparmaßnahmen der Regierung gebilligt und damit die Auszahlung des Geldes ermöglicht. Dazu gehört auch eine Reform des öffentlichen Dienstes, die unter anderem den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen vorsieht.

AP

Harte Einschnitte: Das griechische Sparpaket im Überblick

Harte Einschnitte: Das griechische Sparpaket im Überblick

Die Rentner müssen mit Kürzungen um fast 4,8 Milliarden Euro rechnen. Alle Renten von 1000 Euro aufwärts werden um fünf bis 15 Prozent gesenkt. Das Weihnachtsgeld für Rentner wird abgeschafft; es war bereits von einer Monatsrente auf 400 Euro gekürzt worden. Die Gewerkschaften rechneten aus, dass damit die Rentner im Durchschnitt 2000 Euro im Jahr verlieren werden. © dpa
Die Abfindungen für entlassene Arbeitnehmer werden drastisch gesenkt. Arbeitgeber dürfen Verträge mit jedem einzelnen Arbeitnehmer schließen. Damit werden praktisch Tarifverhandlungen umgangen. © dpa
Auch den Staatsbediensteten werden die jeweils verbliebenen 400 Euro vom Weihnachtsgeld sowie vom Urlaubsgeld gestrichen. Viele Löhne und Gehälter sollen um sechs bis 20 Prozent verringert werden. Bis Ende 2012 sollen 2000 Staatsbedienstete in die Frühpensionierung gehen oder entlassen werden. Bis zum Eintritt des Rentenalters erhalten sie dann 60 Prozent ihres letzten Gehalts. © dpa
Im Gesundheitswesen sollen 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Unter anderem sollen die Versicherten sich mit höheren Eigenbeiträgen beim Kauf von Medikamenten beteiligen. Zahlreiche Krankenhäuser sollen schließen. Andere sollen sich zusammenschließen. © dpa
Die Gehälter der Angestellten der öffentlich-rechtlichen Betriebe, wie beispielsweise der Elektrizitätsgesellschaft (DEI), sollen denen der Staatsbediensteten angeglichen werden. Dies bedeutet für die Betroffenen nach Berechnungen der Gewerkschaften bis zu 30 Prozent weniger Geld. © dpa
Familien, die mehr als 18 000 Euro im Jahr verdienen, haben keinen Anspruch auf Kindergeld mehr. © dpa
Das Rentenalter wird für alle von 65 Jahre auf 67 Jahre angehoben. © dpa

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