Grüne fordern "Verbesserung" von Merkels Atomausstieg

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Die NRW-Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Grüne, Monika Düker und Sven Lehmann

Berlin - Führende Vertreter der Grünen aus den Ländern fordern vor dem Sonderparteitag zum Atomausstieg Veränderungen der Pläne von Schwarz-Gelb.

“Wir bräuchten den Ausstieg eigentlich bis 2021, wie das Land NRW dies im Bundesrat gefordert hat“, sagte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Sven Lehmann am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Die Koalition will den Ausstieg bis 2022. Die Grünen-Spitze will, dass die Basis dem am Samstag ihren Segen gibt - viele halten die Pläne aber für ungenügend.

“Angela Merkel kann einen Konsens mit den Grünen haben“, sagte

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Lehmann. Er warnte, Stromkonzerne, Union und FDP könnten einen Ausstieg bis 2022 nach der Bundestagswahl 2021 torpedieren. “Ich traue den Atomkonzernen keinen Deut über den Weg.“ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) solle zudem ins Atomgesetz aufnehmen, dass die Uran- Anreicherung in Gronau beendet werde. “Davon machen viele NRW-Delegierte (...) ihre Zustimmung abhängig.“

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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In Deutschland sind 17 Atomkraftwerke in Betrieb (Gesamtleistung 20 490 Megawatt) © dpa
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In Bayern stehen insgesamt fünf AKW: Hier das Atomkraftwerk in Gundremmingen. © dpa
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Hier die beiden Atomkraftwerke Isar 1 und 2 nahe Essenbach in Niederbayern. Der Reaktor Isar 1 steht seit Jahren in der Kritik. © dpa
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Hier das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt in Bayern. © dpa
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In Hessen stehen die beiden seit Jahren umstrittenen Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B. Biblis A wurde im Jahr 1974 in Betrieb genommen und ist der älteste noch genutzte Reaktor. © dpa
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Niedersachsen zählt insgesamt drei Atomkraftwerke: hier das AKW in Grohnde an der Weser. © dpa
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Hier das Kernkraftwerk Emsland nahe Lingen in Niedersachsen. © dpa
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Das Kernkraftwerk Unterweser nahe Rodenkirchen in Niedersachsen. © dpa
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In Schleswig-Holstein sind insgesamt drei AKW am Netz. Hier das Kernkraftwerk Brokdorf. © dpa
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Hier das AKW Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. © dpa
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Das Kernkraftwerk in Krümmel (Schleswig-Holstein). © dpa
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In Baden-Württemberg sind insgesamt vier AKW am Netz. Hier die besonders umstrittenen Kraftwerke Neckarwestheim 1 und 2. © dpa
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Hier die Kraftwerke Philippsburg 1 und Philippsburg 2 in Baden-Württemberg. © dpa
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In Europa sind derzeit 195 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 170 Gigawatt am Netz (Stand Januar 2011). © dpa
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In Belgien sind sieben Atomkraftwerke in Betrieb (5 926 Megawatt) © dpa
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Finnland betreibt vier AKW (2 716 MW) © dpa
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In Frankreich sind 58 AKW in Betrieb mit einer Gesamtleistung von 63 130 MW (hier der Standort Cattenom) © dpa
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In Großbritannien gibt es 19 AKW (10 137 MW) © dpa
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Die Niederlande betreiben nur ein Atomkraftwerk (487 MW) © dpa
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32 Atomkraftwerke stehen in Russland (22 693 MW) © dpa
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In der Schweiz sind fünf AKW am Netz mit einer Gesamtleistung von 3 238 MW (hier der Standort Leibstadt) © dpa
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Vier Atomkraftwerke stehen in der Slowakei (1 792 MW) © dpa
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Nur ein Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 666 MW ist in Slowenien in Betrieb. © dpa
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In Bulgarien gibt es zwei AKW (1 906 MW) © dpa
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Acht Atomkraftwerke sind in Spanien am Netz (7 516 MW, hier Asco) © dpa
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In Tschechien werden sechs AKW betrieben (3 678 MW) © dpa
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Ungarn zählt vier Kraftwerke (1 889 MW) © dpa
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In der Ukraine sind 15 AKW mit einer Gesamtleistung von 13 107 MW am Netz (hier Tschernobyl, bei dem sich im Jahr 1986 ein Super-GAU ereignete) © dpa
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In Rumänien stehen zwei Atomkraftwerke (Gesamtleistung 1 300 MW) © dpa
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In Schweden sind zehn AKW am Netz (9 303 MW, hier der Standort Oskarshamm) © dpa

Die von Lehmann unterstützten Forderungen laufen nach Ansicht der Grünen-Führung aber auf ein Nein zum Atomausstieg heraus: Die Regierung werde sich nicht darauf einlassen, so die Parteispitze. Die grüne rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke sagte der dpa, sie trete für ein Ja zum Atomausstieg ein, wolle aber eine Brücke zu den Fürsprechern von Verbesserungen bauen.

Lemke forderte Veränderungen der Regierungspläne, die nicht mehr in die für kommende Woche geplanten Bundestagsbeschlüssen einfließen müssten. So müsse unter anderem der Umstieg auf Ökostrom forciert werden, so dass die Stromkonzerne das Interesse an möglichst langen Atomlaufzeiten verlören. Lemke: “Wenn wir die Energiewende schnell hinbekommen, spielt das Enddatum keine so große Rolle mehr.“

dpa

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