Motivationsrede für die Grünen

Göring-Eckardt: Wahlergebnis bis 2017 verdoppeln

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Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Berlin - Das schlechte Abschneiden bei der Wahl lässt die Grünen um ihren ökologischen Markenkern ringen. Fraktionschefin Göring-Eckardt versucht, die Parteimitglieder mit neuen Zielen zu motivieren.

Die neue Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat ihre Partei aufgerufen, bis zur nächsten Bundestagswahl 2017 wieder auf Wachstumskurs zu gehen. „Die nächsten vier Jahre, da geht es um eine Sache zwischen den Wählern und uns, da geht es darum, unser Ergebnis zu verdoppeln“, sagte sie am Samstag auf dem Parteitag in Berlin. Die Grünen dürften sich jetzt nicht in die „Schmollecke“ zurückziehen.

Auch Gesprächen mit der Linken dürfe sich die Partei nicht generell verschließen, forderte Göring-Eckardt. Dafür müsse Linksfraktionschef Gregor Gysi seine Partei aber erst zum Erwachsenwerden treiben.

"Ich glaube, wir waren viel zu sehr in der Spur"

Göring-Eckardt widersprach dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der seiner Partei vorgehalten hatte, sie sei aus der Spur geraten. "Ich glaube, wir waren viel zu sehr in der Spur", sagte Göring-Eckardt dazu. Die Grünen müssten "wieder wahrnehmen, was rechts und links von uns passiert".

Bye bye, Claudia, Hallo Simone - Bilder vom Bundesparteitag der Grünen

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Die Grünen müssten wieder mehr mit den Leuten sprechen und intern eine offenere Debattenkultur pflegen, forderte Göring-Eckardt. Es gehe darum, "dass wir die Leute wieder überzeugen können", sagte sie. Selbstkritisch merkte Göring-Eckardt zum Wahlkampf an, dass die Leute "nicht gesagt kriegen wollen, dass wir schon wissen, wie sie zu leben hätten". Auch in der Wirtschaft müssten Verbündete gefunden werden, ohne dass sich die Grünen "ranschmeißen" sollten. Auch dürfe die Sozialpolitik nicht den anderen überlassen werden. Die Grünen seien die Partei für ökologischen Wandel und Gerechtigkeit: "Wenn wir nicht dafür begeistern können, dann wird das niemand tun." Bis 2017 wollten die Grünen ihr Potenzial wieder verdoppeln.

Tarek Al-Wazir: "Nie wieder Wahlkampf mit dem Holzhammer machen"

Die neue Fraktionschefin im Bundestag machte deutlich, dass nun die Frage nach Koalitionen nicht mehr im Mittelpunkt stehen solle. Es gebe für die Grünen nach dem Wahlergebnis von 8,4 Prozent zwar viel Anlass, über ihre Inhalte nachzudenken, nicht aber "jetzt alles über Bord zu werfen", hob Göring-Eckardt hervor. Die Grünen seien jetzt auch nicht "im Wartestand" im Hinblick auf eine mögliche Neuaufnahme der schwarz-grünen Sondierungen im Bund. Die Gespräche mit der Union hätten die Grünen zwar etwa beim Thema Staatsbürgerschaft überrascht, die Bewegung von CDU und CSU habe aber nicht für vier Jahre Regierung ausgereicht.

Der hessische Fraktionschef Tarek Al-Wazir betonte: „Wir dürfen nie wieder Wahlkampf mit dem Holzhammer machen.“ Eigenständigkeit könnten die Grünen nicht beschließen, „die muss man als Haltung haben“. Das bedeute auch, nüchtern mit allen zu reden und auszuloten, wo es Übereinstimmungen gebe.

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Lemke zweifelt am Erfolg des grünen Öffnungskurses

Die scheidende Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke hat Zweifel am Erfolg des geplanten Öffnungskurses der Grünen geäußert. Die Partei sehe sich bald wohl als kleinste Oppositionskraft einer großen Koalition gegenüber und habe dann eine scharf auftretende Linkspartei neben sich. „Wie öffnet man sich da eigentlich in Richtung Angela Merkel und gleichzeitig in Richtung Linkspartei?“, fragte sie auf dem Grünen-Parteitag am Samstag in Berlin. Es sei nicht einfach, dies den Wählern zu erklären.

Die schon seit Jahren gewünschte Eigenständigkeit müsse endlich konkret durchdekliniert werden. „Ich halte das nicht für unmöglich.“ Aber dafür sei Geschlossenheit nötig, beide Parteiflügel würden gebraucht. Aus der Spur geraten sei die Partei nicht. Doch hätten sich die Grünen nicht wie eine 15-Prozent-Partei, sondern wie eine 8-Prozent-Partei verhalten.

dpa/AFP

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