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Nach Seehofers Comeback-Ankündigung

Auch diese CSU-Politiker wollen Guttenberg zurück

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Einer seiner seltenen Auftritte in Deutschland: Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg amüsiert sich im Mai in Berlin während der Feier zum 10-jährigen Bestehen von Innocence in Danger e.V.

München - Es war DIE Überraschung auf dem CSU-Parteitag: Parteichef Seehofer will Guttenberg in die Politik zurückholen. Unterstützung erhält Seehofer nun von zwei namhaften CSU-Politikern.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Anschluss an die Wahlen 2013 in die Politik zurückholen. „Nach der Wahl werde ich mich darum bemühen“, sagte Seehofer am Samstag am Rande des CSU-Parteitags in München. Der über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit gestürzte Guttenberg solle eine „maßgebliche“ Aufgabe übernehmen, sagte Seehofer.

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss nicht für immer das Ende seiner politischen Karriere bedeuten. Mehrfach verzichteten Politiker nach einem Fehlverhalten auf Spitzenämter, tauchten aber irgendwann wieder auf: © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Otto Wiesheu: Als CSU-Generalsekretär verursachte er 1983 betrunken einen tödlichen Verkehrsunfall auf der Autobahn. Er wurde zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Wiesheu arbeitete zunächst bei der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. 1990 wurde er Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium, 1993 Verkehrsminister Bayerns. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Franz Josef Strauß: Der damalige Bundesverteidigungsminister trat 1962 wegen der Spiegel-Affäre zurück. Der CSU-Politiker schien politisch am Ende, doch die Partei hielt zu ihm. 1966 wurde er Bundesfinanzminister, 1978 Ministerpräsident in Bayern und 1980 sogar Kanzlerkandidat der Union. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Wolfgang Schäuble: Der heutige Bundesfinanzminister stürzte im Jahr 2000 wegen der CDU-Spendenaffäre um den Waffen-Lobby­isten Schreiber. Er zog sich in die zweite Reihe zurück. 2005 dann das Comeback: Er wurde zum Bundesinnenminister ernannt, 2009 zum Finanzminister. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Cem Özdemir: Der Grünen-Politiker legte 2002 sein Amt als innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion nieder, nachdem ein Billigkredit des PR-Beraters Moritz Hunzinger sowie privat genutzte Bonusmeilen für Empörung gesorgt hatten. 2008 wurde er Vorsitzender der Partei - gemeinsam mit Claudia Roth. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Gregor Gysi: Auch Gregor Gysi trat im Jahr 2002 im Rahmen einer Bonusmeilen-Affäre von seinen politischen Ämtern zurück. 2005 trat er als Spitzenkandidat für die Linkspartei bei der Bundestagswahl an und ist seither wieder Bundestags-Abgeordneter. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Franz Josef Jung: Ihm wurden die Finanzen der CDU zum Verhängnis. Als hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Hessischen Staatskanzlei wurde Jung in der hessischen Spendenaffäre der CDU zum "Bauernopfer" und trat 2000 zurück. 2005 wurde Jung von Kanzlerin Merkel als Bundesminister der Verteidigung berufen. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Jürgen W. Möllemann: Der verstorbene Jürgen W. Möllemann (FDP) musste im Jahr 1993 nach der "Briefbogen-Affäre" von seinem Amt als Wirtschaftsminister und Vizekanzler zurücktreten. Er hatte auf dem Briefbogen des Ministeriums für Produkte eines Verwandten geworben. Im Jahr 2000 schaffte es die FDP unter der Führung von Möllemann mit einem erfolgreichen Wahlergebnis wieder in den Landtag. © dpa

Volle Rückendeckung bekommt Seehofer von einer, die selbst mal als große Hoffnungsträgerin der CSU galt: Nämlich von Monika Hohlmeier, Tochter des CSU-Übervaters Franz-Josef Strauß. Bayerns frühere Kultusministerin Hohlmeier, die mittlerweile für Oberfranken (Guttenbergs Herkunftsbezirk) Abgeordnete im Europaparlement ist, sagte Spiegel Online: "Ich persönlich halte Karl-Theodor nach wie vor für einen der begabtesten Politiker Deutschlands und würde mich darüber freuen, wenn er sich dafür entscheiden würde, politisch wieder in den Ring zu steigen. Ob er wiederkommt, muss er mit seiner Familie selbst entscheiden." Er habe politisch schwere Zeiten hinter sich, habe "alle Anspruchsberechtigungen" auf eine zweite Chance. "Wer ihn näher kennt, der weiß, mit welch hohem Engagement er sich politisch eingebracht hat."

Politiker auf dem Schelmenbaum

Politiker auf dem Schelmenbaum

Die Gesichtszüge zweier Figuren auf dem "Schelmenbaum" erinnern an den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, r.) und an die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (l.). © dapd
Beiden wurde der akademische Grad aberkannt, beide traten von ihren politischen Ämtern zurück. © dapd
Die Gesichtszüge der Figuren auf dem "Schelmenbaum" erinnern an den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ... © dapd
... und an die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (l). © dapd

Pro-Guttenberg ist auch der langjährige CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis. Er erklärte gegenüber Spiegel Online: "Ich halte eine Rückkehr Guttenbergs für richtig, wenn er das will. Ich unterstütze deshalb das Bemühen Seehofers und werbe auch dafür."

Kritik an Seehofers Comeback-Plan kommt erwartungsgemäß von der SPD. Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold ätzte gegenüber Spiegel Online: "Das sagt viel über die dünne Personaldecke der CSU, wenn sie jetzt schon verzweifelt einen verbrauchten und längst entzauberten Politikblender aus dem Exil zurückholen will."

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich angesichts der Plagiatsaffäre des zurückgetretenen Verteidigungsministers ziemlich unbeeindruckt gegenüber dem Nachrichtenportal: "Guttenberg ist keine Bedrohung mehr, weil er auch in Zukunft das Image eines Blenders haben wird."

fro

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