Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Merkel schließt Comeback von Guttenberg nicht aus

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bedauert. Gleichzeitig schloss sie ein Comeback des CSU-Politikers nicht aus. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Lesen Sie auch:

Bericht: Guttenberg gibt Bundestagsmandat zurück

Guttenberg: "Ich erwarte kein Mitleid"

Seehofer will Guttenberg in der Politik halten

Reaktionen zum Guttenberg-Rücktritt im Überblick

User-Diskussion: "Weg zum Ministerpräsidenten frei"

Die Rücktrittserklärung Guttenbergs im Wortlaut

Gabriel begrüßt Rücktritt und attackiert Merkel

Grüne: Riesenblamage für die Kanzlerin

Sie habe das Gesuch des CSU-Politikers um Entlassung nur schweren Herzens angenommen, sagte die CDU-Chefin am Dienstag in Berlin. “Ich bedaure seinen Rücktritt sehr, aber ich habe auch Verständnis für seine persönliche Entscheidung.“ Gleichzeitig schloss sie ein politisches Comeback Guttenbergs nicht aus. Sie sei überzeugt, dass sich “in welcher Form auch immer in Zukunft Gelegenheit zur Zusammenarbeit“ bieten werde. Merkel würdigte Guttenberg als besondere politische Begabung, der die Herzen vieler Menschen erreicht habe. Zudem habe er die Aufgabe als Verteidigungsminister mit Leidenschaft und Herzblut ausgefüllt. Er habe die Bundeswehrreform eingeleitet. “Wir werden diese Reform mit aller Entschlossenheit umsetzen“, sagte Merkel.

"Copy, paste, delete": Das schreibt die Presse über Guttenberg

Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
Das “Wall Street Journal“ schreibt: “Guttenbergs Rücktritt bedeutet ernsthaften Ärger für Merkel, deren Partei von Guttenbergs Popularität unter den deutschen Wählern profitiert hat. © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
Ihre Christdemokraten stehen am 27. März vor schweren Wahlen in Baden-Württemberg und Guttenberg, Mitglied der verbündeten Christsozialen im benachbarten Bayern, war ein wichtiger Aktivposten.“ © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
Ähnlich sieht es die “New York Times“: “Sein Rücktritt ist ein herber Rückschlag für Kanzlerin Angela Merkel, für die Guttenberg in sechs wichtigen Regionalwahlen eine tragende Rolle spielen sollte. © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
Angesichts der vernichtenden Niederlage der Christdemokraten bei der Wahl in Hamburg vor zehn Tagen verließ sich die Partei darauf, dass Guttenberg Wahlkampf macht, sobald sich der Skandal einmal beruhigt hat.“ © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
Aus “NZZ-Online“: “Der Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs ist richtig, doch er kommt viel zu spät. Jetzt muss er nicht nur die Notbremse ziehen, sondern den Rückwärtsgang einlegen. © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
Indem er aber auf Feld Eins zurückkehrt, tut er sich und Deutschland den größten Gefallen.“ © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
 © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
“Daily Mail“: “Dr Googleberg tritt als Verteidigungsminister zurück.“ © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
 © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
“Der kampfbereite einstige 'golden boy' der konservativen Politik legte heute Morgen sein Amt nieder.“ © dpa
Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenberg Pressestimmen
“The Daily Telegraph“: “Die Deutschen haben Recht, wenn sie die akademischen Ehren ernst nehmen.“ “Die Nachricht des Rücktritts ist zu begrüßen.“ © dpa
"Dernières Nouvelles d'Alsace": “Ein Minister, der zurücktritt: Diesmal handelt es sich nicht um Frankreich, sondern um Deutschland, wo eine Doktorarbeit, die bis zu 70 Prozent aus Plagiaten bestehen soll, dem aufsteigenden Stern am politischen Himmel, Karl-Theodor zu Guttenberg, seinen Posten und womöglich seine Karriere kostet. © dpa
Der Fall von “KT“ sorgt für gewisse Zufriedenheit und sogar Schadenfreude, auch in seinen eigenen Reihen! (...) © dpa
Die "Neue Zürcher Zeitung" titelt "Ende Gutt, alles gut?" und schreibt: © dpa
“Vielleicht liegt die tiefere Tragik des Falles Guttenberg, der die deutschsprachige Öffentlichkeit seit zwei Wochen in Atem gehalten hat, darin, dass man erst jetzt, nach dem Rücktritt des deutschen Verteidigungsministers, auch so etwas wie Respekt für die Hauptperson empfinden kann. (...) © dpa
"La Repubblica" bemängelt: “Es treten immer die Minister der anderen zurück. Als erstes denkt ein anständiger Italiener jetzt dieses: Liebe deutsche Freunde, gebt uns euren (Ex-)Verteidigungsminister, der abgeschrieben hat, und nehmt euch dafür unseren (Verteidigungsminister) Ignazio La Russa, der nicht abschreibt. © dpa
"Copy, paste, delete": So titelt die "Basler Zeitung und meint: “Der Rücktritt von Verteidigungsminister Guttenberg in der Copy- Paste-Affäre ist der Sturz eines jugendlichen Helden. (...) Der Rücktritt ist ferner das Märchen eines adeligen Schönlings, der finsteren Mächten und bösen Neidern zum Opfer fällt." © dpa
Für "nicht abgeschrieben" hält die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" zu Guttenberg: © dpa
(...) "Letztenendes war die politische Karriere von Karl-Theodor zu Guttenberg eine Fehlzündung. Doch er ist erst 39 Jahre alt, und der Baron ist in konservativen Kreisen nicht abgeschrieben, nicht nur in seinem Heimatland Bayern.“ © dpa
Die Turiner Tageszeitung “La Stampa“ meint am Mittwoch zum Rücktritt: “In Deutschland kann kein Minister ungestraft lügen, auch nicht in einer (scheinbar) privaten Frage. © dpa
Dabei hat Kanzlerin Angela Merkel im Zuge dieser ganzen Sache keine “bella figura“ gemacht. Durchgesetzt hat sich vielmehr der Protest eines wesentlichen Teils der Zivilgesellschaft und der Medien. Die Regierung scheint erschüttert, steckt das aber ein: So funktioniert eine Demokratie.“ © dpa

Unklarheit über Mandatsverzicht Guttenbergs

In Berlin herrscht unterdessen Unklarheit darüber, ob der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) auch sein Bundestagsmandat aufgibt. Ein Mitarbeiter seines Parlamentsbüros verwies am Dienstag auf die Rücktrittserklärung Guttenbergs. “Es gilt das gesprochenen Wort“, sagte er. Mehr wisse man auch nicht. Der CSU-Politiker hatte in seiner Erklärung betont: “Es würde daher nach meiner Überzeugung im öffentlichen wie in meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen etwa bezüglich urheberrechtlicher Fragen nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität, sollte dies noch erforderlich sein, zeitnah geführt werden können.“

Nach Angaben von CSU-Chef Horst Seehofer will die Partei im “nötigen Abstand“ mit dem bisherigen Verteidigungsminister darüber reden, was er unter der Aufgabe aller politischen Ämter versteht. Guttenberg hatte bei der letzten Bundestagswahl seinen fränkischen Wahlkreis 240 (Kulmach) mit 68,1 Prozent gewonnen. dpa-Notizblock

Guttenberg: Aufstieg und Fall einer Lichtgestalt

Die Karriere von Karl-Theodor zu Guttenberg kannte bisher nur einen Weg: nach oben. © dpa
CSU-Parteichef Horst Seehofer beförderte den bis dato eher unbekannten Bundestagsabgeordneten, der sich in der Außenpolitik und den Beziehungen zu den USA einen Namen machte, 2008 zunächst zum Generalsekretär der Christsozialen. © dpa
Dann wurde Guttenberg 2009 überraschend Nachfolger des amtsmüden Bundeswirtschaftsministers Michael Glos (CSU). © dpa
Zu Beginn seiner Ministerzeit in Berlin überzeugte der 39-jährige Freiherr aus dem Fränkischen besonders mit seinen rhetorischen Fähigkeiten. © dpa
Schnell stieg er in Umfragen zu einem der beliebtesten Politiker Deutschlands auf. Zusammen mit seiner Ehefrau Stephanie wurde er zum Polit-Glamour-Star der Boulevardpresse. © dpa
Ob im Bundestag oder vor Wirtschaftsvertretern in New York: Sein Deutsch und sein Englisch sind perfekt, seine Antworten scheinen immer wohlüberlegt. © dpa
Stets trat der zweifache Familienvater jung, dynamisch, korrekt gekleidet und frisch frisiert auf. © dpa
Guttenberg entstammt einem altem christsozialen Adel. Er ist der Spross eines Geschlechts oberfränkischer Großgrundbesitzer - aus dem gleichnamigen Ort Guttenberg. © dpa
Schon sein Großvater war CSU-Politiker. Nur der Vater Enoch schlug aus der Art - er wurde lieber Dirigent. © dpa
Zu einem Schlüsselereignis wurde der Fall Opel. Als im Kanzleramt um Staatshilfen für den Autobauer gerungen wurde, drohte der frisch gekürte Wirtschaftsminister mit Rücktritt. © dpa
Das verschaffte ihm öffentlich das Image des Querdenkers, der für seine Überzeugungen eintritt. © dpa
Nach der Bundestagswahl 2009 wechselte Guttenberg, der seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern absolviert hatte, ins Verteidigungsministerium. © dpa
Die Soldaten liebten seine direkte Art. © dpa
Mit Fotos in Cargohosen und mit cooler Sonnenbrille lieferte Guttenberg Titelbilder von seinen Besuchen der Bundeswehr in Afghanistan. © dpa
Guttenbergs weiterer Aufstieg schien unaufhaltsam zu sein. Er wurde als künftiger CSU-Parteichef und möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. © dpa
Dann kam wie aus dem Nichts die Affäre um seine Doktorarbeit. © dpa
Der sonst so selbstsichere Freiherr geriet ins Straucheln... © dpa
... und warf mit seinem Krisenmanagement immer neue Fragen auf. © dpa
Anfangs sprach Guttenberg von abstrusen Vorwürfen, dann räumte er Fehler ein und verzichtete vorübergehend auf den Titel. © dpa
Schließlich versuchte er den Befreiungsschlag und bat die Uni Bayreuth um die Rücknahme seines Jura-Doktortitels... © dpa
... für den er einst die Bestnote summa cum laude erhalten hatte. © dpa
Doch der Druck war angesichts immer neuer Fundstellen von kopierten Fremdtexten zu groß: Am 1. März folgte der Rücktritt. © dpa

dapd

Kommentare