Aufschrei-Hashtag

Netz-Reaktion auf britische Luftangriffe auf Syrien

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"Bombardiert Syrien nicht": Dieser Hashtag geht durch das Netz. 

London - Nachdem sich das britische Parlament am Mittwoch Abend für Luftschläge gegen Syrien entschieden hat, fordern viele bei Twitter zu Frieden auf. Die Reaktionen im Überblick.

Das britische Parlament hat am Mittwoch mit breiter Mehrheit eine Ausweitung der Luftangriffe auf IS-Stellungen auch in Syrien beschlossen - bisher flogen britische Piloten ausschließlich Einsätze im Irak. 397 Abgeordnete stimmten dafür, darunter einige Dutzend Labourpolitiker. Es gab lediglich 223 Gegenstimmen. "Es ist die richtige Entscheidung für die Sicherheit des Vereinigten Königreichs", meinte Premierminister David Cameron. 

Nur wenige Stunden nach der Parlamentsentscheidung stiegen die britischen Kampfjets in Zypern mit Kurs auf das Omar-Ölfeld im Osten des Bürgerkriegslandes auf. Der britische Außenminister äußerte sich kritisch über den Einsatz und warnte vor überzogenen Erfolgserwartungen.

In London demonstrierten rund 2000 Menschen tagelang vor dem Parlamentsgebäude gegen den Einsatz. Auch einen Tag nach der Abstimmung machen Gegner der Luftschläge ihrer Wut und ihren Sorgen Luft. Unter dem Hashtag #dontbombsyria, "Bombadiert Syrien nicht", fordern sie ein Ende der Gewalt.

Ihr Hauptargument: Gewalt hilft nicht gegen Gewalt. Und: Es muss andere Lösungen geben, denn die Luftangriffe gehen sehr häufig auf Kosten von Unschuldigen. Ende Oktober machte die Organisation Ärzte ohne Grenzen auf die Bombardierung von zwölf Krankenhäuser in Syrien durch US-amerikanische Flieger aufmerksam. Besonders Kinder seien die Notleidenden, nicht IS-Kämpfer:

"Ihre Kinder bluten genauso wie unsere" steht auf dem Schild, dass eine Demonstrantin in London hochhält.

"Wenn es uns wirklich kümmern würden, würden wir Essen/Wasser statt Bomben abwerfen", schreibt dieser Nutzer in seinem Tweet.

Ein anderer postet ein Video, wohl von syrischen Schulkindern, die an ihren Schulbänken sitzen, als die Bomben rund um das Gebäude einschlagen. In dem Post entschuldigt sich der Twitter-User mehrfach. 

"Es liegt bereits alles in Trümmern, es wurde bereits alles zerbombt", schreibt Andy Hearn bei Twitter.

"David Cameron, ich hoffe Sie können mit dem Blut Unschuldiger an ihren Händen leben."

Der Bundesrepublik steht die Entscheidung über einen Syrien-Einsatz noch bevor. Schon jetzt regt sich Widerstand gegen eine mögliche Bombardierung. Es wird zu Protestkundgebungen aufgerufen.

Derzeit wird auf Facebook ein gigantisches Projekt geplant, dass noch vor Weihnachten stattfinden soll: Von Berlin bis München soll die angedachte Menschenkette reichen und damit ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Toleranz und gegen Terror und rechten Hass setzen.

Alle aktuellen Entwicklung rund um das britische Bombardement und die Beteiligung Deutschlands in Syrien sind hier in unserem Nachrichten Ticker zusammengefasst.

vf mit Material von dpa

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