Twitter-Kritik an CSU

Flüchtlinge: Das bedeutet der Protest-Hashtag #Oktoberfestung 

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Die Twitter-Gemeinde betrachtet die Entscheidungen der CSU-Politiker teils kritisch, teils humorvoll.

München - Die Flüchtlingsdebatte in Deutschland hat einige Hashtags prominent gemacht. Pünktlich zur Wiesn-Zeit gibt's jetzt einen ganz neuen: #Oktoberfestung. Was hat es mit diesem Hashtag auf sich? 

#refugeeswelcome, #muenchenhilft, #trainofhope - die Flüchtlingskrise hat viele neue Hashtags mit sich gebracht. Der neuste Trend: #Oktoberfestung, oftmals in Verbindung mit #Herrmann und #Seehofer - und das nicht aus Zufall. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußert sich gerne in Talkshows und Fernsehinterviews so, dass wenige Minuten später eine riesige Diskussion im Netz entbrennt. 

Zuletzt war das am Sonntag der Fall, als Herrmann meinte: "Insbesondere Asylsuchende aus muslimischen Ländern sind Begegnungen mit massiv alkoholisierten Menschen in der Öffentlichkeit nicht gewohnt". Der Minister fürchtet um den Frieden auf dem Oktoberfest, wenn betrunkene Wiesn-Besucher auf nichtsahnende Flüchtlinge stoßen. Außerdem hätte der Hauptbahnhof jetzt bereits räumlich seine Kapazitäten erreicht, die Millionen Wiesn-Besucher, die zu den Flüchtlingsmassen kämen, würden das Limit überschreiten, so Herrmann. Bestraft wurde er mit höhnischen und ironischen Kommentaren, vorzugsweise unter dem Hashtag #Oktoberfestung.

#Oktoberfestung: "Eine Maß kostet ein Flüchtlingsleben"

Zeitgleich forderte Horst Seehofer ähnliches, nämlich dass weniger Flüchtlinge nach München kommen sollten - zumindest während des Oktoberfests. Nun führt Deutschland wieder Grenzkontrollen ein, was beide CSU-Politiker freuen dürfte. "Ich habe heute gebeten, dass wir für die 14 Tage des Oktoberfestes in geeigneter Form Vorsorge treffen, dass München nicht dieser Anlaufpunkt bleibt, wie er zur Zeit ist", sagte Seehofer. Auch auf diese Aussage hin hagelte es Kritik, natürlich mit dem Hashtag #Oktoberfestung im Anhang.

Eine Userin meint: "Nach allem, was sie durchgemacht haben, wären Besoffene natürlich das, was die Flüchtlinge überfordern würde". Ein anderer stellt fest: "Wenn der Bayer bei seinem traditionellen Saufgelage gestört wird, wird er ungemütlich". Andere äußern ebenfalls scharfe Kritik an der Wiesn: "Was kostet dieses Jahr eine Maß zum Oktoberfest?", fragt eine Userin und gibt postwendend die Antwort: "Ein Flüchtlingsleben". Eine andere Nutzerin zieht einen historischen Vergleich: "Das erinnert mich sehr an die Feierlichkeiten bei Hofe, während der Pöbel draußen verhungert. Abartig. Revolution, jetzt!".

Dass Bayern den Flüchtlingsstrom aber wirklich nur wegen des Saufens auf dem Oktoberfest unterbindet, geht allerdings an der Sache vorbei. Mehr Informationen zum Thema Flüchtlinge lesen Sie in unserem News-Ticker.

sb

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