Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hessen: Auch die Kronprinzessin gibt auf

+
Auch die Kronprinzessin geht: Zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch hat die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger am Dienstag ihren Rückzug angekündigt.

Wiesbaden - Auch die Kronprinzessin geht: Zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch hat die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger am Dienstag ihren Rückzug angekündigt.

“Ich habe mich dazu entschlossen, mit Roland Koch aus der Regierung auszuscheiden und mich auch nicht erneut um den

Lesen Sie auch:

Ministerpräsident Koch: Überraschender Rückzug

Merkel: Koch war immer freundschaftlicher Ratgeber 

Grüne empfehlen Koch dreijährige Karenzzeit

Westerwelle: Koch-Rückzug ohne Folgen für Berlin

Bundes-CDU wertet Kochs Rückzug als großen Verlust

Ministerin Schröder bedauert Kochs Rücktritt

Ministerpräsident Roland Koch tritt zurück

stellvertretenden Landesvorsitz der CDU Hessen zu bewerben“, sagte Lautenschläger am Dienstagmorgen im Wiesbadener Landtag. Ihre enge Verbundenheit mit Koch nannte die 41-Jährige als Grund. “Mein Politikstil hat, jedenfalls aus meiner Sicht, immer gut zu dem von Roland Koch gepasst“, sagte Lautenschläger. Rund neun Jahre als Ministerin in unterschiedlichen Positionen hätten ihr viel Freude gemacht. Ob bei den Arbeitsmarktreformen, der Gesundheitspolitik im Bund, der Familienpolitik oder auf den Feldern Kinderbetreuung und Energie - in Hessen habe sie “immer die Chance gehabt, sehr frei und unabhängig zu agieren“, sagte Lautenschläger. Dafür sei sie Roland Koch sehr dankbar. Lautenschläger war von Koch 2001 als Sozialministerin ins Kabinett geholt worden, mit 32 Jahren war sie damals die jüngste Ministerin bundesweit. Die gebürtige Darmstädterin machte schnell mit Initiativen zum “Fordern und Fördern von Langzeitarbeitslosen“ von sich reden, später wurde es jedoch stiller um die Vorzeigefrau in der hessischen CDU. Nach dem Abgang von Kultusministerin Karin Wolff nach der Landtagswahl 2008 war Lautenschläger die einzige Frau in herausragender Position in der hessischen CDU. Sehr beliebt war die Rechtsanwältin dennoch nicht: Bei ihrer Widerwahl als stellvertretende CDU-Landesvorsitzende 2008 kam sie gerade auf 78,9 Prozent. Manch einem in der Partei galt sie als zu spröde und als nicht volksnah genug.

Kämpfte für Windenergie

Dennoch galt Lautenschläger lange als Kochs “Kronprinzessin“ und mögliche Nachfolge-Kandidatin. Während der Interimszeit in Hessen leitete sie von April 2008 bis zu den Neuwahlen 2009 auch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Im Februar 2009 machte Koch sie zur Umweltministerin. Lautenschläger sollte die Erneuerbaren Energien in Hessen und die “grüne“ Ausrichtung der CDU voranbringen. Doch stets hatte sie mit starken Widerständen aus der eigenen Partei insbesondere beim Ausbau der Windenergie zu kämpfen.

Roldan Koch im Porträt

Roland Koch im Porträt

Roland Koch ist einer der begabtesten Politiker in Deutschland, da sind sich Freund und Feind einig. Seit zwölf Jahren führt der Wirtschaftsjurist aus dem hessischen Eschborn die Hessen-CDU, seit elf Jahren regiert er das Bundesland, seit gut drei Jahren ist er stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU hinter Angela Merkel. © dpa
Dabei polarisiert kaum ein Politiker so sehr wie der 52-Jährige. “Roland Koch: verehrt und verachtet“, hieß es 2004 in einer Biografie. © dpa
Koch sog Politik schon im Elternhaus ein - sein Vater Karl-Heinz brachte es bis zum hessischen Justizminister. Das politische Handwerk lernte Koch bei der Jungen Union, seine Parteifreunde von damals umgeben ihn bis heute als Minister. © dpa
Das Negativimage als konservativer Haudegen nährt sich aus der Skrupellosigkeit, mit der Koch manche politischen Themen anpackt. Seinen ersten Wahlsieg 1999 fuhr er ein, weil er nach Meinung vieler Beobachter seiner Kampagne ausländerfeindliche Untertöne gegeben hatte. © dpa
Im Wahlkampf 2007/2008 zog er gegen kriminelle junge Ausländer vom Leder. Und jüngst sorgte er bundesweit für Aufregung, als er Einsparungen ausgerechnet bei der Bildung forderte. © dpa
Als im Jahr 2000 schwarze Kassen bei der hessischen CDU aufflogen, sagte Koch zu einem Detail die Unwahrheit, hielt sich aber im Amt. © dpa
Bis heute versteht sich die Hessen-Partei als Kampfverband, in dem Loyalität über alles geht und der Machterhalt manches Mittel rechtfertigt. © dpa
Im Gegensatz zu solcher Härte steht Kochs enge Freundschaft mit dem sanftmütigen Dalai Lama. © dpa
Dass Koch nach der für ihn miserablen Landtagswahl Anfang 2008 nicht vom Thron kippte, hat er nur dem Fiasko von Andrea Ypsilanti (SPD) zu verdanken. © dpa
Ypsilantis Versuch einer rot-grünen Koalition mit Hilfe der Linken spektakulär scheiterte. © dpa
Bei der Neuwahl Anfang 2009 blieb Koch mit Hilfe einer starken FDP an der Macht. © dpa

Bei der Ankündigung ihres Rücktritts sagte Lautenschläger nun, auch sie selbst gehöre wie Koch “zu denen, die unbequeme Wahrheiten ansprechen, Themen offensiv angehen, auch wenn sie kompliziert sind und in der eigenen Partei nicht immer im Mittelpunkt stehen“. Nun will die Ministerin mit Koch zusammen im August ihr Amt aufgeben. Ihr Landtagsmandat will Lautenschläger aber behalten. Und selbstverständlich werde sie “denjenigen unterstützen, der versehen mit dem Vertrauen von Partei und Fraktion sich um die Ämter des CDU-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten bewerben wird“.

dapd

Kommentare