Immer mehr Obdachlose in Deutschland

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Im vergangenen Jahr waren schätzungsweise knapp 250.000 Menschen obdachlos.

Leipzig - Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland wird nach Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe mittelfristig um bis zu 15 Prozent auf 270 000 bis 280 000 steigen.

Eine solche Entwicklung erwartet BAG-Geschäftsführer Thomas Specht bis 2015. Schuld seien falsche sozialpolitische Weichenstellungen, etwa bei Hartz IV. Rund 750 Fachleute trafen sich am Mittwoch in Leipzig zu einer dreitägigen Bundestagung.

Vielerorts zögen die Mietpreise an, während der Bestand der Sozialwohnungen schrumpfe, hieß es. Verschärfend wirke sich auch eine “Verarmung der unteren Einkommensklassen“ aus. “Die neue gegensätzliche Entwicklung zeigt, dass es nicht mehr ausreicht, nur das ein oder andere Rädchen auf sozialpolitischer Ebene zu drehen“, sagte Specht.

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Die BAG Wohnungslosenhilfe forderte Länder und Kommunen zu einer sozialen Wohnungsbaupolitik auf. Der Bund müsse eine Steuerungsfunktion übernehmen. Laut Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) waren 2010 rund 248 000 Menschen ohne Wohnung, davon lebten 22 000 komplett auf der Straße. Die Zahlen beruhten auf Schätzungen, denn eine bundesweite amtliche Obdachlosenstatistik gebe es leider nicht.

Die BAG Wohnungslosenhilfe ist ein Verein, der bundesweit etwa 1000 Einrichtungen - Vereine, Heime und Beratungsstellen - vertritt. Die Angebote reichen von der medizinischen und berufsqualifizierenden Arbeit bis hin zu betreuten Wohnprojekten.

dpa

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