Gefährlicher Sparkurs

Inspekteur kritisiert Personalmangel bei Marine

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Rostock - Ihre Aufgabe: Sicherung der Weltmeere. Die Personalsituation: kritisch. Das meint zumindest Marineinspekteur Axel Schimpf und nennt alarmierende Zahlen.

Marineinspekteur Axel Schimpf hat die aktuelle Personalsituation in seiner Truppe als kritisch bezeichnet. Wie Schimpf am Mittwoch beim 14. Maritimen Sicherheitskolloquium in Rostock berichtete, fehlen zurzeit rund 1400 Soldaten. Kritisch sei es vor allem bei freiwillig Wehrdienstleistenden und Fachunteroffizieren. Die Sollstärke der Marine beträgt seinen Angaben zufolge im operationellen Kern 13 800 Soldaten.

Schimpf zeigte sich gleichwohl zuversichtlich, dass die Personallücke geschlossen werde könne. Die Entwicklung bei der Nachwuchsrekrutierung sei ermutigend, sagte er. Mit einer Werbe- und Imagekampagne sei es gelungen, die Marine ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, mahnte ein Konzept zur Entlastung der Marinesoldaten an. Die steigende Belastung könne nicht dauerhaft auf dem Rücken der Soldaten und ihrer Familien abgeladen werden. Bei seinem Besuch von Marineeinheiten im Unifil-Einsatz im Libanon habe er Soldaten kennengelernt, die 190 oder gar 200 Tage im Jahr abwesend seien. „Das ist zu viel.“

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, rechnet kurzfristig nicht mit einer Besserung der Personalsituation in der Marine. Er warnte zugleich davor, im Verteidigungshaushalt weiter zu sparen. Zwar sei die Bundeswehr in den vergangenen Jahren viel effizienter und auch besser geworden. „Aber die Grenze ist erreicht.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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