Irans Atomprogramm macht Fortschritte

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Das iranische Atomprogramm macht Fortschritte.

Teheran - Der Iran hat neue Zentrifugen zur Urananreicherung installiert. Diese seien schneller als die bisher verwendeten, damit würde sich der Zeitraum zur Herstellung von waffenfähigem Uran verkürzen.

Der Iran hat weitere Fortschritte in seinem umstrittenen Atomprogramm verkündet. In der Anlage zur Urananreicherung wurde eine neue Generation von Zentrifugen installiert. Dies sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, am Dienstag. Sie seien schneller als die bisher verwendeten, sagte der Sprecher, machte aber keine weiteren Angaben.


Experten nehmen an, dass die neuen Zentrifugen der dritten Generation das für Atombrennstäbe benötigte Isotop Uran-235 bis zu sechs Mal effizienter aus dem Gas Uranhexafluorid filtern können.

Das iranische Waffenarsenal

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Präsident Ahmadinedschad hat am Sonntag den Auftrag für die Produktion von hochangereichertem Uran erteilt - eine Geste der Provokation nach den Signalen des Einlenkens vor der Münchner Sicherheitskonferenz. © dpa
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Der Iran unterhält mit mehr als 520 000 Mann die größte Streitmacht im Nahen Osten. © dpa
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Noch bedrohlicher erscheint den Nachbarn und den Westmächten das abgeschirmte Nuklearprogramm des Landes. © dpa
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Der Westen befürchtet, dass das Mullah-Regime in den Besitz von Atomwaffen gelangen will. © dpa
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Raketen, die solche Massenvernichtungswaffen wohl transportieren könnten, hat der Iran bereits. © dpa
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Im Arsenal sind mehrere hundert Geschosse der Typen Schahal 1 und 2, die bis zu 330 und 700 Kilometer weit reichen. © dpa
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Mit den mehrstufigen Raketen Schahab 5 und 6 (auf dem Bild eine Shahab 3) könnten die Iraner sogar Städte in Mitteleuropa angreifen. © dpa
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Für den Bau einer einsatzfähigen Interkontinentalrakete benötigt der Iran jedoch noch zehn bis 15 Jahre, vermuten westliche Experten. © dpa
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Ausgangsbasis für die Herstellung von Atomwaffen ist hoch angereichertes Uran, das iranische Wissenschaftler in den Nuklearfabriken Natans und Ghom herstellen. © dpa
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Der Westen bezweifelt, dass das Atomprogramm wie behauptet nur friedlichen Zwecken dient. © dpa
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Der UN-Sicherheitsrat hat 2006 erstmals den Stopp der Urananreicherung verlangt - ohne Erfolg, trotz späterer Sanktionen. © dpa
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Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat US-Senator Joseph Lieberman jetzt mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht, wenn Wirtschaftssanktionen nicht wirken sollten. © dpa
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Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran bald genügend Material für eine Bombe haben könnte. Sie rätseln aber, wann ein funktionsfähiger Sprengkopf zur Verfügung steht. © dpa

Außenminister Ali Akbar Salehi hatte vergangene Woche mögliche Zugeständnisse bei den Hauptstreitpunkten mit dem Westen in Aussicht gestellt. Eine wirkliche Annäherung wird aber nicht erwartet, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde IAEA Vorbedingungen Teherans für Gespräche zurückwies.

Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die neuen Zentrifugen seien schneller als die bisher genutzten der Anlage in Natans im Zentraliran. Im April hatte das Land angekündigt, Zentrifugen in einer neuen Anreicherungsanlage nahe Fordo, 160 Kilometer südlich von Teheran, aufzubauen.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Nuklearwaffen produzieren zu wollen. Teheran bestreitet das, arbeitet aber seit Jahren nicht ausreichend mit den Atomwächtern in Wien zusammen. Die größere Produktionskapazität für Uran 235 “würde auch den Zeitraum verkürzen, den der Iran zur Herstellung von waffenfähigem Uran bräuchte, wenn das Land sich dazu entscheiden sollte“, sagte der Präsident des Institutes für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (ISIS) in Washington, David Albright.

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