Israelische Drohne abgeschossen

Iran: Diffuse Sabotage- und Spionagevorwürfe

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Irans Präsident Hassan Rowhani (Mitte).

Teheran - Mit diversen Vorwürfen richtet sich Iran an die Welt: Unter Leitung der USA soll unter anderem Deutschland an Sabotageaktionen am Atomprogramm beteiligt sein.

Der Iran bezichtigt den BND und andere westliche Geheimdienste, das Atomprogramm des Landes zu sabotieren. Eine am Wochenende im Iran abgeschossene israelische Drohne habe die Atomanlage Natans ausspionieren sollen. Selbst die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wird aus Sicht Teherans beeinflusst. Die Anschuldigungen kommen wenige Tage vor der Fortsetzung der Gespräche der EU mit Teheran über das iranische Atomprogramm.

„Unter der Leitung der USA sind Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien in diese Sabotageoperationen verwickelt“, sagte der Vizechef der iranischen Atomorganisation, Asghar Sarean, am Montag. Die Maßnahmen der Geheimdienste würden über ein Labor im US-Staat New Mexiko koordiniert. Die Atomorganisation habe die Sabotageaktionen jedoch in enger Zusammenarbeit mit dem iranischen Geheimdienst und durch neue Hard- und Software neutralisiert.

Nach Angaben der Revolutionsgarden (IRGC) hatten iranische Raketen am Samstag eine israelische Spähdrohne in der Nähe der Atomanlage Natans im Mitteliran abgeschossen. Verteidigungsminister Hossein Dehghan warf den USA und Israel den Versuch vor, mit der Drohne die Anlage auszuspionieren und an geheime iranische Nuklearinformationen zu kommen. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder der abgeschossenen Drohne.

Selbst die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wird nach Einschätzung von Verteidigungsminister Dehghan von diesen „Feinden Irans“ beeinflusst. Nicht die IAEA, sondern Israel wolle eine Inspektion der umstrittenen Militäranlage in Parchin im Südosten Teherans, sagte Dehghan. Die IAEA habe Parchin schon zweimal besichtigt, nichts gefunden und das Thema ad acta gelegt. „Die IAEA ist sich dessen auch bewusst, steht aber unter politischem Druck Israels.“

Am Samstag war bekannt geworden, dass der Iran bis auf Weiteres eine Inspektion der Anlage verweigert. Die IAEA fordert seit längeren Zugang zu dem Militärkomplex Parchin. Westliche Geheimdienste vermuten, dass in Parchin Tests zur Entwicklung von Atomsprengköpfen gemacht wurden. Der Iran bestreitet dies.

Die Spannungen kommen wenige Tage vor der nächsten Runde der Gespräche der EU mit dem Iran über das Atomprogramm Teherans. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wollen sich am 1. September in Brüssel treffen.

dpa

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