"Spiegel"-Bericht

Islamisten-Paar aus Hessen hatte Nagelbombe gebaut

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Oberursel - Die bei dem vergangene Woche in Hessen festgenommenen mutmaßlichen islamistischen Ehepaar gefundene Rohrbombe ist einem "Spiegel"-Bericht zufolge unter anderem mit Nägeln und Metallsplittern gefüllt gewesen.

Das berichtete das Magazin am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgaben unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Bombe hätte demnach bei einer Explosion auch bei weiter entfernt stehenden Menschen erhebliche Verletzungen verursachen können. Eine ähnlich konstruierte Bombe sei bei dem Anschlag auf den Boston-Marathon vor zwei Jahren verwendet worden.

Der Vater des mutmaßlichen Bombenbauers Halil D. sagte dem "Spiegel", sein Sohn habe ihn aufgefordert, häufiger in die Moschee zu gehen. Der Kontakt sei in den vergangenen Jahren jedoch immer weniger geworden. Er könne sich nicht erklären, warum sein Sohn eine Bombe gebaut haben könnte, sagte Tahir D. dem Magazin. "Er hat eine glückliche Familie, glückliche Kinder, er ist normal in die Moschee gegangen. Warum soll er das Glück seiner Familie aufs Spiel setzen?"

Das Ehepaar aus Oberursel in der Nähe von Frankfurt am Main war Ende April festgenommen worden. Die Ermittler fanden bei dem Paar eine "funktionsfähige Rohrbombe", Munition und Waffenteile. Der festgenommene Mann hatte den Ermittlern zufolge Kontakt zur radikalislamischen Salafistenszene. Ein mögliches Anschlagsziel war ein für den 1. Mai geplantes Radrennen in Frankfurt. Das Rennen wurde deshalb aus Sicherheitsgründen abgesagt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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